Content-Recycling nach dem Lego-Prinzip: Vorhandene Inhalte optimal nutzen

(Last Updated On: 25. Juni 2015)

Viele Unternehmen wollen Content Marketing betreiben, haben jedoch nicht die Ressourcen, immer wieder neuen Content zu erstellen. Sie setzen daher auf Content-Recycling, um das Potenzial vorhandener Inhalte noch besser auszuschöpfen.

Es wäre eine Verschwendung von Zeit und Ressourcen, wenn Sie Ihre mühevoll erstellten Inhalte nur einmal verwenden würden. Sie haben einen hervorragenden Blogpost geschrieben? Dann sollten Sie darüber nachdenken, wie Sie die Inhalte in anderer Form wiederverwerten können. Vielleicht lässt sich eine Infografik daraus erstellen. Oder mehrere Blogartikel zu einer Präsentation oder einem E-Book zusammenfassen.  Egal wie: Der zusätzliche Aufwand ist wesentlich geringer als wenn Sie komplett neue Inhalte erstellen. Deshalb ist „Content Recycling“ ein wichtiger Baustein im Rahmen des Lean Content Marketing, bei dem es ja darum geht, vorhandene Ressourcen möglichst intelligent einzusetzen. Content Recycling hilft aber nicht nur dabei, den Zeit- und Kostenaufwand gering zu halten. Sie können dadurch, dass Sie Ihren Content an mehreren Stellen in verschiedener Form veröffentlichen, auch Ihre Reichweite deutlich vergrößern.

Vor dem Start: Vorhandene Inhalte sammeln

Jedes Unternehmen verfügt über Inhalte und Geschichten, die es für die Marketingkommunikation nutzen kann. Auch wenn Ihr Unternehmen in Sachen Content Marketing noch ganz am Anfang steht, so gibt es sicher Präsentationen, die für Kongresse und Schulungszwecke erstellt wurden, Whitepapers, Produktbroschüren oder Anwenderberichte. Oft landen diese Inhalte nach Abschluss eines Projekts in der Schublade, obwohl viel Potenzial in ihnen steckt. Bevor Sie neue Inhalte produzieren, sammeln Sie also zunächst alle vorhandenen Inhalte in Ihrem Unternehmen, um sie dann für die Marketingkommunikation zu „recyceln“.

Long-Form-Content in Häppchen servieren

Eine beliebte Form des Recyclings besteht darin, ein längeres Whitepaper oder ein E-Book in mehrere Blog-Posts aufzusplitten, als Serie beispielsweise. In den einzelnen Artikel können Sie dann auf das Originaldokumente verweisen und es Ihren Lesern als PDF gegen Angabe der Kontaktdaten zum Download anbieten. So nutzen Sie den Content optimal zur Lead-Generierung. Und warum nicht zu dem Thema des Whitepapers auch ein Webinar veranstalten? Hier können Sie sich mit Ihren Kunden direkt austauschen. Auch als Grundlage für Ihren Newsletter oder einen Fachartikel in einer Branchenpublikation eignet sich Long-Form-Content gut.

Anschließend gilt es, den recycelten Content über die sozialen Medien zu verbreiten, dort wo sich Ihre Zielgruppen aufhalten. Dabei empfiehlt es sich, den Content in noch kleinere „Häppchen“ zu zerlegen: So können Sie eine bestimmte Textpassage herausgreifen und als Teaser für Facebook verwenden, ein prägnantes Zitat oder eine Zwischenüberschrift über Twitter teilen, etc.  Die folgende Grafik aus einem Beitrag von Lee Odden veranschaulicht das Prinzip:

modular content repurposing

(Quelle: TopRankBlog)

Diese Form des Content-Recyclings ist die am häufigsten anzutreffende: Ein größeres Stück Content wird in Einzelteile zerlegt, in kleinere Ideen, die dann in anderer Form wieder aufbereitet werden. Doch man könnte auch umgekehrt vorgehen.

Content-Bausteine neu zusammensetzen

Verschiedene Blogbeiträge lassen sich zum Beispiel zu einem neuen Artikel, einer Präsentation oder einem E-Book zusammenfügen und dabei mit zusätzlichen Informationen anreichern. Aus mehreren kleinen Content-Häppchen wird so ein neues, längeres Format. Diese Recycling-Variante hat den schönen Nebeneffekt, dass Sie in dem neuen Format auf den alten Content verlinken und so Ihre interne Linkstruktur verbessern können.

Dieses Baukasten-Prinzip lässt sich sogar auf Micro-Ebene betreiben, das heißt ausgehend von den kleinsten Content-Elementen: von Zitaten, Statistiken, einzelnen Tipps und Beispielen, die über die sozialen Medien geteilt werden. Diesen „Micro-Content“ können Sie zu Blogposts, Präsentationen, E-Books, Infografiken zusammensetzen. Und zwar ganz nach Bedarf, zum Beispiel zugeschnitten auf eine bestimmte Branche.

Ganz ähnlich wie beim Bausteine-Klassiker LEGO können Sie so aus einem Grundgerüst an Bauelementen alles Mögliche schaffen – Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

micro-content repurposing

(Quelle: TopRankBlog)

Probieren Sie es einfach aus und starten Sie zum Beispiel damit, Statistiken zu einem bestimmten Thema zu sammeln, von dem Sie wissen, dass es Ihre Zielgruppe interessiert. Teilen Sie die Zahlen dann nach und nach über die sozialen Medien. Gehen Sie mit Zitaten und praktischen Tipps genauso vor. So können Sie mit relativ geringem Aufwand testen, welche Content-Bausteine gut funktionieren, um diese dann im nächsten Schritt zu einem größeren Format zusammensetzen, zum Beispiel zu einer Präsentation für Slideshare oder Infografiken. Wenn Sie wissen, welche Inhalte bei Ihrer Zielgruppe ankommen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der großformatigere Content ins Schwarze trifft. So setzen Sie Ihre Ressourcen sinnvoll ein und laufen nicht Gefahr, an Ihrer Zielgruppe vorbei zu produzieren.

Vorteile des modularen Contents

Wenn Sie Ihre Content-Bausteine auf diese Weise immer wieder neu einsetzen, werden Sie mehrfach davon profitieren:

  • Der Aufwand für die Erstellung neuer Formate bleibt gering und zielgerichtet.
  • Micro-Content schafft Aufmerksamkeit und Vertrauen. Sie bereiten damit den Boden für Ihre größeren Content-Objekte.
  • Micro-Content lässt sich leicht teilen. Gelingt es Ihnen, regelmäßig nützlichen Content zu produzieren, können Sie Ihre Reichweite deutlich steigern.
  • Das Publizieren von Content-Häppchen liefert wertvolle Daten. Über die Anzahl der Views, Shares und Likes erfahren Sie, was Ihrer Zielgruppe wichtig ist. Entsprechend können Sie diese Bausteine in die größeren Content-Objekte einfließen lassen oder nicht.
  • Das Kuratieren von Micro-Content ist einfach, liefert ihrer Zielgruppe aber nützliche Infos.

Fazit:

Content Recycling bietet gerade für Unternehmen mit geringen Ressourcen viel Potenzial. Wenn Sie Ihren Content modular betrachten und die einzelnen Elemente immer wieder neu zusammensetzen, können Sie mit relativ wenig Aufwand nützlichen Content für Ihre Zielgruppe produzieren. Wichtig ist dabei, die Resonanz der Zielgruppe – in Form von Kommentaren, Views, Share, etc. – kontinuierlich zu messen, und die gewonnenen Insights in künftige Aktivitäten einfließen zu lassen.

Weiterführende Links:

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
  • Großartig 
  • Interessant 
  • Nützlich 
  • Gut 
  • Weniger gut 
4 Kommentare
  1. Karolin
    Karolin says:

    Sehr interessanter Artikel! Gibt es ein Tool, dass einem dabei hilft, die verschiedenen Inhalte wieder zusammenzuführen bzw. das evtl. schon eine Automatisierung zum Zusammenführen von Content hat?

    Antworten
    • Sascha Tobias von Hirschfeld
      Sascha Tobias von Hirschfeld says:

      Hallo Karolin,

      in der Praxis geht es hier um manuelle Abläufe, da Automatisierung beim Thema Semantik heute noch ihre Grenzen hat. Wir regen dennoch an, Content modular zu denken und zu planen. Etwa, um Content flexibler und bedarfsgerechter vermarkten zu können. Und damit auch die notwendigen Vorbereitungen für eine Automatisierung in der Zukunft zu treffen.

      Antworten

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] Wenn du nur begrenzte Ressourcen hast, ist es besonders wichtig, dass du deinen Content effizient verwertest und ausspielst. Ein einziges Thema lässt sich in verschiedenen Content-Formaten umsetzen, z. B. als Blogpost oder-serie, Webinar, Podcast, Slideshare-Präsentation etc. Eine Content-Idee auf verschiedene Art aufzubereiten, ist auch deshalb sinnvoll, weil die Nutzungs- und Verbreitungsmöglichkeiten unterschiedlich sind. So erreicht ein auf Youtube platziertes Video, das zusätzlich über bezahlte Medien vermarktet wird, ein ungleich größeres Publikum als beispielsweise ein Artikel, der nur im eigenen Blog veröffentlicht wird. Deshalb solltest du bei der Content-Inszenierung möglichst viel variieren und einzelne Content-Stücke nach dem Baukasten-Prinzip immer wieder neu zusammensetzen. […]

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.