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10 Tipps, wie sie erfolgreich ins B2B Content Marketing einsteigen

Wenn uns die letzten Monate eines gelehrt haben, ist es wohl das: Content Marketing ist gekommen, um zu bleiben. Es ist kein Hype, der vorüberzieht, sondern ein nachweislich effektiver Ansatz, um das Vertrauen potenzieller Kunden zu gewinnen. Auch Sie haben sich vorgenommen, in 2018 mit Content Marketing durchzustarten? Dann haben wir hier ein paar Tipps für Sie, damit der Einstieg gelingt.

Viele Unternehmen denken, erst dann mit Content Marketing loslegen zu können, wenn sie alle möglichen Aktivitäten bis ins Kleinste durchplant haben. Doch das birgt Risiken: Was, wenn man Inhalte monatelang plant, produziert, korrigiert, aber damit gar nicht den Bedarf der Zielgruppe trifft? Dann hat man nicht nur viel Zeit und Geld verschwendet, sondern vielleicht auch das Vertrauen des Publikums verspielt.

Deshalb empfehlen wir ein pragmatisches Vorgehen nach dem „Lean-Prinzip“:  Starten Sie möglichst schnell, aber mit geringem Aufwand, und entwickeln Sie Ihre Strategie anhand der Erfahrungen, die Sie im Markt sammeln, kontinuierlich weiter. Natürlich sollten Sie dabei nicht planlos vorgehen. Auch hier ist es wichtig, sich vorab über seine Ziele, das Publikum, die Themen etc. Gedanken zu machen.

Hier ein paar Tipps für Ihre ersten Schritte ins B2B Content Marketing:

1) Bestimmen Sie Ihr Ziel!

Machen Sie sich bewusst, wo Sie aktuell stehen: Was ist Ihr Business? Wie machen Sie das Leben Ihrer Kunden einfacher bzw. besser? Wie sind sie positioniert im Vergleich zum Wettbewerb? Und wie ist der Status Ihres (Online-)Marketings? Das ist der Startpunkt Ihrer Aktivitäten. Von hier aus gilt es, ein bestimmtes Ziel zu erreichen, zum Beispiel eine höhere Bekanntheit oder mehr Leads für den Vertrieb. Definieren Sie dieses Ziel möglichst konkret. Denn nur so können Sie im Alltag schnell über geeignete Maßnahmen entscheiden und später auch beurteilen, ob diese erfolgreich waren.

2) Lernen Sie Ihre Zielgruppe kennen!

Wen wollen Sie mit Ihren Inhalten erreichen? Finden Sie heraus, wer Ihre Zielgruppe ist, wo sie sich aufhält und was sie interessiert. Wichtig ist, dass Sie die Kundenperspektive einnehmen: Welche Probleme und Bedürfnisse hat Ihre Zielgruppe? Was könnte sie sich vor dem Kauf Ihrer Leistung oder Ihres Produktes fragen? Was könnte die Kaufentscheidung erleichtern? Sind verschiedene Personen bzw. Abteilungen an der Kaufentscheidung beteiligt? Ein Tipp: Beziehen Sie dabei Ihre Kollegen aus dem Vertrieb und dem Kundenservice mit ein, denn sie kennen die Kundenbedürfnisse meist sehr gut.

3) Liefern Sie Inhalte mit Mehrwert!

Mehrwert für den Leser ist der Schlüssel zum Erfolg im Content Marketing. Bieten Sie Inhalte an, die für Ihre Zielgruppe wirklich nützlich sind. Liefern Sie Antworten auf ihre Probleme und Fragen. Dann wird sie die Inhalte auch gerne lesen, weiterverbreiten und  Sie als kompetenten Anbieter wahrnehmen. Sie sind sich unsicher, welche Themen geeignet sind? Hier erfahren Sie, wie man die richtigen Themen fürs Content Marketing findet.

4) Setzen Sie auf Formatvielfalt!

Je nachdem, in welcher Phase des Kaufprozesses sich Ihre Zielpersonen befinden, können ganz unterschiedliche Themen und Formate gefragt sein. Bedenken Sie dies bei Ihrer Content-Planung und variieren Sie bei der Aufbereitung Ihrer Themenideen. Erstellen Sie z.B. Blogposts und Whitepaper um Aufmerksamkeit zu gewinnen, Webinare um Interessenten in Leads zu verwandeln. Wir haben in einem früheren Beitrag einmal exemplarisch die Content-Strategie für den IT-Einkauf dargestellt.

Ein Themenplan hilft Ihnen dabei, den Überblick darüber zu behalten, welcher Content wann in welcher Form wo publiziert wird. Nutzen Sie dazu unsere Themenplan-Vorlage auf Excel-Basis, die Sie Ihren eigenen Bedürfnissen leicht anpassen können.

5) Recyceln Sie Ihren Content!

Sie müssen nicht alles neu erfinden. Sicher gehören auch Sie zu den Unternehmen, die laufend hochwertige Inhalte erstellen, auch wenn sie noch nicht gezielt Content Marketing betreiben. Es gibt Präsentationen, die für Kongresse und Schulungszwecke erstellt wurden, Whitepapers, Produktbroschüren oder Anwenderberichte. Diese lassen sich für das Content Marketing neu aufbereiten.

Auch bei neuen Inhalten sollten Sie das Recycling einplanen. Sie könnten zum Beispiel aus einem Blogpost ein Video machen, das den Inhalt nochmals anders erzählt. Über Youtube erreichen Sie damit gleich ein viel größeres Publikum. Außerdem lassen sich einzelne Content-Stücke nach dem Baukasten-Prinzip immer wieder neu zusammensetzen.

6) Fangen Sie klein an!

Konzentrieren Sie sich am Anfang auf kleinere Content-Stücke, die sich mit wenig Aufwand erstellen lassen. Erstellen Sie zum Beispiel kurze Posts für den Blog oder die sozialen Netzwerke und beobachten Sie, wie sie bei den Zielgruppen ankommen. So finden Sie schnell heraus, ob Ihre Themen wirklich relevant sind. In weiteren Schritten lassen sich daraus größere Content-Stücke entwickeln. Wenn Sie Ihre Inhalte so, nach dem Lean-Prinzip, entwickeln, werden Geld, Zeit und Personal intelligent eingesetzt und sie schaffen schrittweise Content, der ins Schwarze trifft.

Content-Erstellung nach dem Lean-Prinzip

Im Lean Content Marketing entwickeln Sie Ihre Inhalte schrittweise weiter.

7) Verbreiten Sie Ihren Content über ausgewählte Kanäle!

Selbst der beste Content ist wertlos, wenn er nicht gefunden wird. Damit Ihre Zielgruppe Ihre Website oder Ihr Blog findet, müssen Sie ihre Inhalte aktiv verbreiten. Konzentrieren Sie sich dabei auf wenige, aber relevante Kanäle. Finden Sie heraus, wo sich Ihre Zielpersonen in welchen Phasen des Kaufentscheidungsprozesses informieren. Wenn Sie schnell eine hohe Reichweite erzielen wollen, sollten Sie auch Paid Media, also bezahlte Platzierungen, in Erwägung ziehen. Hier haben wir einige Tipps für die Content-Vermarktung zusammengefasst.

8)   Stellen Sie qualifizierte Ressourcen zur Verfügung!

Content Marketing ist keine Aufgabe für Praktikanten oder für nebenbei. Wenn Sie mit guten Inhalten Aufmerksamkeit erzeugen wollen, brauchen Sie ausgebildete und erfahrene Experten. Bauen Sie ein Team auf, das für die verschiedenen Aufgaben qualifiziert ist: für die Strategie, die Content-Produktion, das Design, die Vermarktung, das Controlling, die technischen Aspekte etc. Das müssen nicht alles interne Mitarbeiter sein. Gerade bei der Strategie und Produktion lohnt es sich, die Expertise von Agenturen und Freelancern zu nutzen.

9) Behalten Sie die richtigen Kennzahlen im Auge!

Definieren Sie passende KPIs und überprüfen Sie diese regelmäßig. Je nachdem, welches Ziel Sie verfolgen, können das Klickraten, Verweildauer, Likes oder Downloads. Diese Kennzahlen ermöglichen Aussagen über die Nutzung und die Reichweite Ihrer Inhalte im Netz. Allerdings sagen sie nichts darüber aus, wie erfolgreich Ihr Content aus Business-Sicht ist: Trägt er auch dazu bei, Leads zu generieren und Ihre Produkte zu verkaufen? Messen Sie die Nutzung daher immer im Kontext mit „harten“ Verkaufszielen. Und ganz wichtig: Erwarten Sie keine Erfolge über Nacht – Content Marketing ist auf Langfristigkeit angelegt!

10) Bleiben Sie flexibel!

Seien Sie darauf vorbereitet, Ihren eingeschlagenen Weg gegebenenfalls wieder zu verlassen und eine neue Richtung einzuschlagen. Wenn Sie feststellen, dass Sie mit Ihren Inhalten oder den gewählten Kanälen Ihre Ziele nicht erreichen, müssen Sie Ihre Content-Strategie ändern. Das Lernen aus Fehlern ist die Basis für Content Marketing nach dem Lean-Prinzip.

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Sie haben noch Fragen zu Ihrem Start ins B2B Content Marketing? Dann nehmen Sie Kontakt auf – wir helfen Ihnen gerne weiter!

Beitragsbild: Braden Collum, unsplash.com

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Wie Sie mit Content Marketing mehr aus Ihrem nächsten Messeauftritt herausholen

In vielen Unternehmen sind Fachmessen zu einer unliebsamen Pflichtübung verkommen. Dennoch will kaum einer darauf verzichten. Aus gutem Grund: Messen zählen zu den wichtigsten Instrumenten im Marketing-Mix. Deshalb sollten Marketing und Vertrieb darüber nachdenken, wie sie mehr aus Ihren Messeaktivitäten herausholen können. Wir geben im Folgenden einige Anregungen, wie Ihr Messeauftritt mit Content Marketing zu einem Erlebnis für potentielle Kunden wird.

Schon oft für tot erklärt, zählt die Fachmesse nach wie zu den wichtigsten Instrumenten im B2B Marketing-Mix. Laut AUMA Messetrend stimmen dieser Aussage 83% der Unternehmen zu. Im Durchschnitt planen Unternehmen in den Jahren 2017/2018 rund 45 % ihrer Budgets für Messen auszugeben. Damit wollen sie in erster Linie Neukunden gewinnen, Stammkunden pflegen, Bekanntheit steigern und neue Produkte präsentieren.

Messeauftritt im Marketing-Mix

Abbildung: auma.de

Aber seien wir ehrlich: In der Praxis sind viele Fachmessen zu leblosen PR-Events verkommen, auf denen sich die Branche selbst feiert. Man zeigt sich, trifft ein paar Stammkunden und sitzt im Großen und Ganzen seine Zeit ab. Entsprechend farblos sind diese Fachmessen für Besucher und Journalisten: Die Stände gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Die Botschaften sind austauschbar: Alles ist „innovativ“, „effizient“, „skalierbar“ und „4.0“. Ebenso austauschbar präsentieren sich auch die Anbieter. Und das obwohl Fachmessen für B2B-Unternehmen sehr wohl ein wirksamer Verkaufskanal sind.

Verloren im dichten Phrasennebel

Inhaltliche Kommunikation findet bestenfalls im Vorfeld einer Messe statt, wenn es darum geht, ein Stück von der medialen Aufmerksamkeit abzubekommen. Allerdings selten auf der Messe selbst. „Was soll ich denn schon erzählen? Unsere Kunden wissen, was sie bei uns erwartet,“ sagte mir kürzlich ein Geschäftsführer auf der Co-Reach in Nürnberg. Wohlgemerkt handelt es sich dabei um eine Messe, auf der sich Experten für Dialogmarketing versammeln. Ratlosigkeit wohin man schaut: Ich habe im dichten Phrasennebel nicht einen Stand entdeckt, der Anlass gegeben hätte, mich näher auf die Themen und Botschaften einzulassen.

What’s in it for me?

Was ist für mich drin? Diese Frage müssen sich Messebesucher in der Regel selbst beantworten und sich ihren eigenen Reim auf Marketingphrasen machen: Welchen Vorteil bringt die „disruptive Innovation“ eines Herstellers für mein eigenes Business? Wie profitieren meine Mitarbeiter konkret von der „Effizienz“ einer Lösung? Warum sollte ich mich heute schon um eine 4.0-Technologie kümmern? Ein Messestand oder ein Fachvortrag, der Antworten auf diese Fragen liefert oder gar zum Dialog jenseits des reinen Verkaufsgespräches einlädt, würde positiv aus der Masse hervorstechen. Doch wie bringt man einen Messeauftritt dazu, Geschichten zu erzählen, die potenzielle Kunden wirklich erreichen?

Der Schlüssel dazu liegt in einer „Content-Strategie“ für Ihre Messeauftritte, die darauf ausgerichtet ist, mit potenziellen Kunden ins Gespräch zu kommen. Und zwar nicht, um vordergründig zu verkaufen, sondern um etwas über ihren Bedarf zu erfahren, zu beraten oder zu unterhalten. Ziel sollte es sein, Erlebnismomente zu schaffen, die so nachwirken, dass Sie als Aussteller im Nachgang der Messe mühelos daran anknüpfen können.

Den ROI Ihres Messeauftrittes optimieren

„Messen sind teuer und bringen wenig.“ Diese Einschätzung ist weit verbreitet und rührt zweifellos daher, dass viele Unternehmen die Chancen nicht nutzen, die Fachmessen besonders in Punkto Neukundengewinnung bieten. Dabei ist das Potenzial vorhanden, wie eine Umfrage unter Marketing-Entscheidern in B2B-Unternehmen zeigt: Branchenevents haben demnach das größte Potenzial eine hohe Anzahl qualitativ hochwertiger Leads zu generieren.

ROI Messeauftritt im Vergleich

Quelle: softwareadvice.com

Tipps für Ihren nächsten Messeauftritt

Content Marketing steht für einen grundlegenden Wandel in der Marketingkommunikation: Weg von klassischer Werbung, hin zu wertvollen Inhalten, die Nutzen stiften. Das sollte auch für Ihren nächsten Messeauftritt gelten. Machen Sie Ihren Messestand zu einer Plattform für Lernen, Dialog und Inspiration. Und gleichzeitig für einige Tage zum Dreh- und Angelpunkt Ihres Content Marketings.

Lean Content Marketing Messeauftritt

Versuchen Sie das Thema Messe neu zu denken und schrittweise zu verändern (Wir nennen das Lean Content Marketing). Fangen Sie klein an und nutzen Sie Ihre Erfahrungen mit neuen Ansätzen, um Ihre Aktivitäten von Messe zu Messe zu erweitern und zu optimieren.

Hier ein paar Tipps für den Start:

1. Social Acquisition: Beginnen Sie mit der Akquise im Netz

Viele Messeveranstalter versprechen eine bestimmte Qualität und Zusammensetzung der Besucherstruktur. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass Sie mit Ihrem Messeauftritt davon optimal profitieren. Wenn sie sich nicht auf das versprochene Potenzial verlassen wollen, sollten Sie zusätzlich im Vorfeld einer Messe Ihre eigenen Besucher akquirieren. Nutzen Sie Businessplattformen wie Xing oder LinkedIn, um gezielt Wunschkunden anzusprechen und sie auf Ihren Stand einzuladen. Und zwar mit einem exklusiven Angebot, das einen überzeugenden Mehrwert für ihre Besucher bietet. Mit dem üblichen Gratis-Ticket und Produktinformationen ist es hier nicht getan.

2. Speaker Slot: Überzeugen Sie mit einem neutralen Fachvortrag

Eine gute Möglichkeit, vor einem größeren Publikum Expertise zu demonstrieren, sind Fachvorträge auf einer der Messebühnen. Leider entpuppen sich viele Vorträge auf Messen als reine Verkaufsveranstaltungen. Grund genug, mit einem unterhaltsamen und fachlich fundierten Vortrag ein Zeichen zu setzen. Versuchen Sie ein Experiment: Sprechen Sie über ein Thema, dass Ihrer Zielgruppe unter den Nägeln brennt, aber verzichten Sie darauf, Ihr Produkt zu nennen. Zeichnen Sie Ihren Vortrag auf, und veröffentlichen Sie ihn im Anschluss auf Ihrem Blog. Damit haben Sie zugleich einen wertvollen Inhalt und Aufhänger für Ihre Nachfassaktionen.

3. Customer Experience: Setzen Sie auf Erlebnis statt Hard Selling

Fachmessen generieren im Vergleich zu anderen Marketing-Maßnahmen Leads von sehr hoher Qualität. Nutzen Sie dieses Potenzial, indem Sie nicht auf vertriebliche Man-Power sondern auf Inhalte setzen. Locken Sie Besucher mit guten Geschichten und echten Erlebnissen an Ihren Stand. Erklärvideos, Live-Vorträge und Workshops sind hier die Mittel der Wahl. Ihr Vertrieb kommt erst bei Bedarf ins Spiel, wenn Messebesucher Interesse an einem Dialog signalisieren. Und auch dann sollten sich Ihre Mitarbeiter auf dem Stand nicht in erster Linie als Verkäufer, sondern als Coaches, Moderatoren und Berater verstehen, die potenzielle Kunden in ihrem individuellen Informations- und Orientierunsprozess unterstützen.

4. Sales Enablement: Steuern Sie Gespräche mit dem passenden Content

Gespräche auf Messen sollten sich weniger am Produkt des Ausstellers, als vielmehr am individuellen Bedarf des Besuchers orientieren. Denn viele Besucher beginnen gerade erst, sich mit einer bestimmten Frage zu beschäftigen. Dann ist Content gefragt, der bei der Informationsbeschaffung unterstützt. Statt stapelweise Produktprospekte aufzufahren, sollten Sie eher dafür sorgen, dass Ihre Mitarbeiter auf Ihrem Stand inhaltlich möglichst flexibel und produktneutral reagieren können.

Bewährt haben sich hier so genannte „Sales Enablement Plattformen“, die einen Zugriff auf zentrale Content-Bibliotheken via Tablet ermöglichen. Beispiele hierfür sind etwa Showpad, IGREX oder Vermo Cloud. Der Vorteil dieser Systeme liegt darin, dass jeder Mitarbeiter Zugriff auf unterschiedliche Formate wie Whitepapers, Broschüren, Videos, Case Studies oder auch Fachbeiträge hat und diese Inhalte direkt zur Nachbereitung eines Gesprächs per E-Mail an einen Besucher schicken kann. Auch kann jedes Gespräch quasi in Echtzeit dokumentiert werden.

5. Customer Insights: Erfahren Sie mehr über Ihre potenziellen Kunden

Ihr Messeauftritt bietet Ihnen großartige Möglichkeiten, mit Interessenten unverbindlich ins Gespräch zu kommen und mehr über ihre Haltungen und Bedürfnisse zu erfahren. Räumen Sie die Bühne Ihres Messestandes und schaffen Sie Platz für Ihre Kunden – im räumlichen wie im inhaltlichen Sinne. Laden Sie Besucher zum Dialog ein, hören Sie zu und lernen Sie aus Ihren Gesprächen. Workshops und Diskussionsrunden eignen sich sehr gut, um den Dialog in Gang zu bringen.

6. Lean Content: Testen Sie Inhalte und Botschaften

Die begrenzte Öffentlichkeit einer Fachmesse bietet optimale Rahmenbedingungen, um neue Botschaften und Inhalte live zu testen, denn Sie erhalten hier ein direktes Feedback vor Ort. Warum also Marketing-Phrasen dreschen, wenn Sie wertvolle Marktforschung im Kleinen betreiben können? Laden Sie zu Diskussionspanels ein, in denen Ihre Kunden zu Wort kommen und erfassen Sie das Feedback systematisch, so dass Sie daraus später Learnings ableiten können. So entstehen nach dem Lean-Prinzip aus Ideen und Prototypen schrittweise marktreife Content-Produkte für Ihre Marketingkommunikation.

Lean Content Marketing Prozess Messeauftritt

Abbildung: lean-content-marketing.com

7. Multichannel: Vernetzen Sie Online und Offline

Die Herausforderung im Content Marketing liegt darin, die richtigen Inhalte zur richtigen Zeit über die richtigen Kanäle zu verbreiten. Um Ihren Messeauftritt richtig zu vermarkten, brauchen Sie mehr als nur einen Messestand und eine Pressemeldung. Verbinden Sie Online und Offline, indem Sie Inhalte aus Ihrem Blog und den sozialen Medien, Infografiken und Videos auf Ihrem Messeauftritt einsetzen. Gleiches gilt umgekehrt: Inszenieren Sie Ihren Messeauftritt im Netz, um Ihre Reichweite zu vergrößern.

8. Content Sourcing: Generieren Sie Inhalte für Ihr Content Marketing

Wenn Sie Ihren Messeauftritt als Plattform und Bühne begreifen, schaffen Sie den Rahmen für neue Geschichten und Inhalte, die im Dialog mit potenziellen Kunden und Partnern entstehen. Diese Inhalte sind der Treibstoff für Ihr Content Marketing während und nach der Messe. So kann beispielsweise ein Fachvortrag auf Ihrem Stand zu einem Webinar im Netz werden. Oder bieten Sie Ihren potenziellen Kunden einen Liveticker von der Messe auf Twitter oder Facebook an. Diesen können Sie nach dem Event auch als Grundlage für Ihre Nachberichterstattung nutzen.

9.Gamification: Sammeln Sie unverdächtig Kontaktdaten

Das Gewinnspiel zählt zu den Klassikern unter den Instrumenten zum Sammeln von Kontaktdaten. Die Qualität der Adressen lässt jedoch besonders dann zu wünschen übrig, wenn das Spiel inhaltlich nichts mit Ihrem Produkt zu tun hat. Besser funktionieren hier Formen der „Gamification“, die darauf abzielen, Ihre Wunschkunden fachlich zu erreichen. Und zwar so, dass diese nicht nur wegen einer Belohnung teilnehmen, sondern durch das Spiel etwas lernen und so einen echten Mehrwert erhalten. Ein Erlebnis, an das Sie in der Nachbereitung gezielt anknüpfen können. Man spricht hier von „Serious Gaming“.

10. Leadgenerierung: Setzen Sie auch beim Follow-Up auf Erlebnis

Wer A sagt, sollte auch B sagen. Wenn Sie also bei der Anbahnung von Kontakten auf der Messe auf Content Marketing setzen, dann sollten sie dies auch bei der Nachbereitung konsequent fortsetzen. Das bedeutet, dass jeder Anruf und jede E-Mail als Follow-Up mit Mehrwert für Ihre Leads umgesetzt werden sollte. Denn ein abruptes Umschwenken von Erlebnis auf vordergründiges Verkaufen würde die Beziehung, die sie auf Ihrem Messestand entwickelt haben, gefährden. Sammeln Sie deshalb schon im ersten Gespräch auf der Messe Anhaltspunkte dafür, wie sie den Kontakt inhaltlich weiterentwickeln können.

Fazit:

Denken Sie das Thema Messe neu: Nutzen Sie Ihre Messeauftritte nicht, um vordergründig zu verkaufen, sondern um etwas über Ihre Besucher zu erfahren, zu beraten und zu unterhalten. Laden Sie potenzielle Kunden zum Dialog ein und versuchen Sie, Ihr Unternehmen mit Nutzwert und guten Geschichten aus der Masse der Aussteller herauszuheben. Dazu brauchen Sie das Rad nicht neu zu erfinden: Nutzen Sie Inhalte und Botschaften, die sich in Ihrem Content Marketing bereits bewährt haben.

Weiterführende Links:

Abbildungen: „Messe“: Fotolia (c) davis, Grafik „Messestand“: Fotolia (c) GP

 

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Mit Design Thinking zu relevanteren Inhalten im Content Marketing

Design Thinking ist eine beliebte Innovationsmethode, um Ideen für neue Geschäftsmodelle oder Produkte zu finden. Wir erklären, was sich hinter diesem Ansatz verbirgt und wie er sich im Content Marketing einsetzen lässt.

Ist Content Marketing gut gemacht, bewirkt es, dass sich unser Gegenüber verstanden fühlt. Er bekommt Antworten auf seine Fragen, fühlt sich ernst genommen und gewinnt so Vertrauen zum Unternehmen.

Der entscheidende Erfolgsfaktor sind dabei relevante Inhalte. Inhalte, die bei den Bedürfnissen der Zielpersonen ansetzen und ihnen im Alltag weiterhelfen. Doch wie findet man heraus, welche Themen und Formate die richtigen sind?

Viele Unternehmen starten damit, dass sie die Inhalte der Konkurrenz analysieren oder sich an häufig verwendeten Keywords orientieren. Und sie beobachten, was in den sozialen Medien diskutiert wird und schließen daraus auf den Informationsbedarf ihrer Zielpersonen. Das ist sicher gut und richtig und sollte auch bei jeder Themenfindung dazu gehören.

Was aber, wenn das Publikum noch nicht weiß, was es benötigt? Dann bringt es nicht viel, nur Bestehendes zu analysieren. Versteckter oder künftiger Bedarf lässt sich so nicht erkennen. Und die Zielgruppe zu fragen, führt meist auch nicht weiter, da sie sich ebenfalls am Status Quo orientiert:

“A lot of times, people don’t know what they want until you show it to them.”
(Steve Jobs)

Steve Jobs‘ wohl bedeutendste Innovation, das Smartphone, ist hierfür ein gutes Beispiel. Vor dessen Erfindung hätte wohl kaum ein Nutzer gesagt, er möchte sein Handy über den Bildschirm bedienen können.

Die Verbreitung des Smartphones wiederum hat dazu geführt, dass wir journalistische Inhalte heute überwiegend mobil konsumieren. Das bringt neue Anforderungen an die Inhalte mit sich: an die Aufbereitung, an die Sprache, an Interaktionsmöglichkeiten. Hier sind nun Erzählformate gefragt, die es bisher noch nicht gab.

In solchen Situationen hilft Beobachten und Analysieren also nicht weiter. Wenn das Ziel unklar ist, sind andere Herangehensweisen nötig.

Design Thinking bringt neue Ansätze hervor

Design Thinking ist eine Innovationsmethode, um solch komplexe Probleme schnell zu lösen. Man setzt dabei auf ein hohes emotionales Verständnis der potenziellen Kunden. Es gilt, sich in den Kunden hineinzuversetzen und neue, bisher unbekannte Lösungsansätze zu finden, um seine Bedürfnisse zu erfüllen. Dafür bildet man kleine interdisziplinäre Teams, in denen Menschen mit unterschiedlichen fachlichen Hintergründen zusammen kommen. Sie tauschen sich intensiv aus, visualisieren ihre Ideen, experimentieren.

Design Thinking wird von Technologieführern wie Apple, Google oder IBM eingesetzt, um neue Produkte und Geschäftsmodelle zu entwickeln. Seit kurzem nutzen auch vermehrt Medienhäuser diesen Ansatz. So hat beispielsweise Zeit Online ihren Website-Relaunch von 2015 mit Hilfe von Design Thinking geplant. Neue, nutzerzentrierte Formate sind dabei entstanden. Das Beispiel zeigt: Auch Content-Produzenten können von der Methode profitieren. Wie genau, dazu später mehr.

Zunächst schauen wir uns einmal die Vorgehensweise im Design Thinking Prozesses an. Das Hasso-Plattner-Institute of Design an der Stanford University lehrt Design Thinking als einen Prozess mit fünf Schritten:

  1. Empathy: Am Anfang steht eine intensive Beschäftigung mit dem Nutzer. Es gilt, seine Probleme, Emotionen und Motivationen zu verstehen. Dazu beobachtet man das Verhalten in seinem natürlichen Umfeld und führt qualitative Interviews mit ihm (so genannte Empathy-Interviews). Diese direkte und persönliche Interaktion ist ein wesentlicher Bestandteil und Erfolgsfaktor des Design Thinking Prozesses.
  2. Define: Die Ergebnisse der Empathy-Phase werden anschließend geordnet und zu kurzen Statements verdichtet. So entstehen Persona-Profile, die das wichtigste Bedürfnis des Nutzers definieren.
  3. Ideate: Nun kommt der kreative Teil: Ein interdisziplinäres Team entwickelt Ideen und Optionen, wie man die Bedürfnisse befriedigen kann. Ziel ist es, möglichst viele und „radikale“ Lösungsalternativen zu sammeln. Wie im Brainstorming ist dabei alles erlaubt. Die Fülle an Ideen wird dann geclustert und nach Umsetzbarkeit und Attraktivität priorisiert.
  4. Prototype: Die Top-Ideen werden zu Prototypen ausgebaut: aus Pappe, mit Lego, auf Papier. Die Form ist egal. Wichtig ist nur, dass die Idee greifbar wird, um sie besser beurteilen zu können. So werden einige Ansätze gleich wieder verworfen, andere weiter konkretisiert.
  5. Test: Nun ist wieder der Nutzer an der Reihe: Ihm wird ein besonders aussichtsreicher Prototyp vorgestellt. Ziel ist es, ein kritisches Feedback in Alltagssituationen einzuholen: Was funktioniert, was nicht? Welche Fragen tauchen auf?

Mit den gewonnenen Erkenntnissen werden die Prototypen dann im Sinne des Nutzers verfeinert, erneut getestet und schließlich bis zur Marktreife weiterentwickelt.

Design Thinking vs. Lean Startup

Entwickeln, testen, Ideen verfeinern, erneut testen – der zweite Teil von Design Thinking erinnert stark an das Lean Startup Prinzip: Hier geht es darum, neue Produkte oder Geschäftsmodelle schnell und mit wenig Risiko in den Markt zu bringen. Dazu wird ein so genanntes „Minimum Viable Product“ entwickelt – ein Produkt, das noch nicht perfekt, aber gut genug ist, um die Bedürfnisse der Nutzer zu erfüllen – und im Markt getestet. Mit dem Feedback der Nutzer und den Erfahrungen, die man sammelt, wird das Produkt dann schrittweise optimiert. „Build, Measure, Learn“ lautet das Motto.

Das experimentelle, iterative Vorgehen ist somit ein Aspekt, der beide Modelle verbindet. Eine weitere Gemeinsamkeit ist die Kundenzentrierung: Sowohl Design Thinking als auch Lean Startup sehen den Kunden im Mittelpunkt und setzen auf frühes Kundenfeedback.

Der entscheidende Unterschied liegt jedoch in der Art, wie dies geschieht:

Bei Design Thinking versetzen wir uns in den Kunden hinein und entwickeln innovative Lösungsansätze, bevor irgendetwas produktiv umgesetzt wird. Bei Lean Startup dagegen gehen wir mit einem Testprodukt in den Markt, um erst dann das Feedback der Nutzer einzuholen. Hier liegt bereits eine Produktidee oder Hypothese vor, die es „nur“ noch zu testen gilt. Wie diese zustande kommt, ist nicht Teil des Prozesses. Der Unterschied liegt somit im Zeitpunkt der Anwendung, wie die folgende Darstellung zeigt:

Weitere Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Lean Startup und Design Thinking haben Roland Müller und Katja Thoring sehr detailliert in einem Konferenzpapier untersucht. Eine klare Leseempfehlung für alle, die tiefer in das Thema einsteigen wollen.

Beide Methoden kombinieren

Theoretisch könnte man also mit Design Thinking die Anforderungen an ein Produkt definieren, das anschließend im Lean Startup Prozess getestet und verfeinert wird. So ließe sich das Risiko minimieren, dass man unter falschen Annahmen startet. Man würde von vornherein mit einem Minimum Viable Product an den Markt gehen, von dem man weiß, dass es zusammen mit den Nutzern erarbeitet wurde. Denn wenn schon die anfängliche Zielrichtung eine falsche ist, werden auch kleine Verbesserungen das nicht so leicht korrigieren können. Der Aufwand, das Produkt „auf Kurs“ zu bringen, wäre relativ hoch. Die beiden Methoden zu kombinieren, liegt also nahe.

Was hat das nun alles mit Content Marketing zu tun?

Wie Content Marketer von Design Thinking profitieren

Design Thinking hilft vor allem dann weiter, wenn das Ziel nicht klar umrissen ist. Das ist auch im Content Marketing oft der Fall, beispielsweise wenn es um die Themenplanung geht. Um die richtigen Themen zu finden, müssen wir uns in den Kunden hineinversetzen können. Dazu ist Design Thinking bestens geeignet. Doch wichtig ist, dass wir Design Thinking dabei nicht nur als Prozess mit ein paar neuen Vorgehensweisen verstehen. Denn das würde weder Empathie noch die Kreativität im Team fördern. Design Thinking ist vielmehr ein Sinneswandel. Oder wie Abraham Taherivand, einer der Vordenker des Design Thinking, sagt:

„Das Wertvolle an Design Thinking ist nicht der Prozess an sich, sondern das Mindset.“

Hier ein paar Anregungen, wie Sie Design Thinking für Ihr Content Marketing nutzen können:

1.  Content als Produkt verstehen

Wer im Content Marketing erfolgreich sein will, muss die eigenen Inhalte als Produkt verstehen. Denn wie jedes Produkt muss auch Content ein Bedürfnis der Zielgruppe erfüllen. Er muss gegen Konkurrenzprodukte bestehen, gezielt beworben und über geeignete Kanäle verbreitet werden. Das funktioniert erfahrungsgemäß nicht, wenn Content Marketing „nebenbei“ miterledigt wird, wie das noch immer in vielen Unternehmen der Fall ist. Vielmehr muss dem Thema die nötige Bedeutung beigemessen werden, was auch beinhaltet, es mit finanziellen und personellen Ressourcen auszustatten. Wenn Content als Produkt verstanden wird, ist es nur logisch und konsequent, auch Ansätze wie Design Thinking oder Lean Startup auf Content zu übertragen.

2.  Das persönliche Gespräch mit potenziellen Kunden suchen

Um herauszufinden, was das Publikum braucht, reicht es nicht, eine kleine Online-Befragung durchzuführen. Sie müssen mit realen Personen in Kontakt kommen, „in die Arena hinein“, wie Theodore Roosevelt es nannte. Genau das ist der Kern der Empathy-Phase. Daher: Nutzen Sie alle Gelegenheiten, um mit Ihren potenziellen Kunden ins Gespräch zu kommen. Das kann am Rande einer Messe oder Firmenveranstaltung sein. Oder beim gemeinsamen Mittagessen, zu dem Sie einen Ihrer Stammkunden einladen. Wenn Sie wirklich zuhören, werden Sie viel über seine Herausforderungen im Alltag erfahren. Sprechen Sie auch mit Ihren Mitarbeitern aus Vertrieb und Customer Service. Diese haben täglich Kontakt mit echten Kunden.

3.  Mit interdisziplinären Teams die Kreativität fördern

Der entscheidende Faktor für den Erfolg eines Brainstormings ist die Zusammenstellung des Teams. Wenn Sie neue Ansätze für Geschichten, Formate und Themenzugänge suchen, laden Sie daher am besten Mitarbeiter aus unterschiedlichen Abteilungen ein. Externe Teilnehmer können das Brainstorming durch ihre unvoreingenommene Sicht der Dinge zusätzlich bereichern.

“Design Thinking breaks down the silos and
gives people permission to be creative.”
(Toddi Gutner, Design Thinking Dozent an der Cornell Tech)

Widerstehen Sie der Versuchung, einen Vorschlag gleich zu bewerten oder abzulehnen, so abwegig er vielleicht im ersten Moment auch erscheinen mag. Bahnbrechende Innovation wie das Smartphone entstehen nur, wenn man für alles offen ist..

4.  Content-Ideen im Markt testen

Die iterative Herangehensweise, die sowohl im Design Thinking als auch bei Lean Startup eine Rolle spielt, lässt sich 1:1 auf das Content Marketing übertragen. Wenn Sie zum Beispiel unsicher sind, ob eine Themenidee die richtige ist, können Sie sich mit kleinen Versuchsballons herantasten. Statt eines umfangreichen Whitepapers starten Sie mit kurzen Inhalten, die sich schnell erstellen und veröffentlichen lassen, zum Beispiel mit einem Blogbeitrag oder ein paar Posts für die sozialen Netzwerke. Beobachten Sie die Reaktionen darauf: Was wird geteilt, geliket, kommentiert? So lernen Sie Ihre Zielpersonen besser kennen und können nach und nach Content entwickeln, der ins Schwarze trifft. Dieser „Minimum Viable Content“ ist besonders auch für den Einstieg ins Content Marketing geeignet.

Fazit

Der Wettbewerb um die Aufmerksamkeit potenzieller Kunden wird immer schärfer. Um ihn zu gewinnen, benötigen Unternehmen ein gutes Gespür für die Bedürfnisse ihres Publikums. Design Thinking bietet hier einen hilfreichen Ansatz, um einerseits diese Empathie zu entwickeln und andererseits auch die Kreativität im Team zu fördern. So schaffen Sie die Voraussetzungen für bessere, weil kundenzentriertere Inhalte.

More to come …

Design Thinking ist ein weites Feld, das ganze Bücher füllt. Wir haben uns in diesem Post erst einmal auf die Grundlagen beschränkt, werden aber noch intensiver auf Werkzeuge wie das Empathy-Interview und mögliche Anwendungsbereiche im Content Marketing eingehen. Auch ein Interview mit einem Design Thinking Experten ist geplant. Daher: „Stay tuned“! 😉

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Quellen und weitere Informationen

 

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Sie haben Fragen zur Themenfindung oder zu anderen Aspekten des B2B Content Marketing? Dann nehmen Sie Kontakt auf – wir sind gerne für Sie da!

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Keine Themen fürs B2B Content Marketing? Finden Sie Ihren „Sweet Spot“!

Content-Marketing lebt von guten Inhalten. In Zeiten des Content-Shocks gilt das mehr denn je. Um die Zielpersonen zu erreichen, müssen Inhalte nicht nur relevant, sondern im Wortsinn „herausragend“ sein. Doch wie schafft man das? Mit welchen Themen? Wir bringen es in diesem Beitrag auf eine einfache Formel: Ihr Erfolg beginnt dort, wo sich Ihre fachliche Expertise mit dem Informationsbedürfnis Ihres Publikums überschneidet – bei Ihrem „Sweet Spot“.

Ein großer Teil des Content, den man heute im Netz findet, ist austauschbar. Dieselben Themen, dieselben Ansätze, kaum neue Ideen. Häufig sind die Artikel sogar noch mit Produktfeatures und werblichen Botschaften gespickt. Beides hat mit echtem Mehrwert für den Kunden, um den es im Content-Marketing ja eigentlich geht, nur wenig zu tun.

“Most of the content marketing examples we see are general and not helpful. In that case, it would be better not to create any content at all.” (Joe Pulizzi)

Offenbar tun sich die Unternehmen schwer damit, die richtigen Themen für ihr Content-Marketing zu finden. Sie hangeln sich von einem Blogbeitrag zum nächsten und greifen wahllos jedes Thema auf, das der Markt hervorbringt. Das ist nicht nur mühsam für die Redakteure, sondern auch riskant. Denn wer keine klare Vorstellung hat, was er eigentlich sagen will und wofür er steht, kann auch keinen wirklich guten Content produzieren: Content, der das Zielpublikum überzeugt und Vertrauen schafft.

Daher ist es wichtig, sich im Vorfeld ein paar Gedanken zu machen über die Aspekte, die für die Themenfindung entscheidend sind: den Informationsbedarf der Zielpersonen und die eigene Expertise.

Marktforschung pragmatisch: Was braucht der Kunde?

Als Unternehmen sollten Sie sich zunächst klar machen, dass Ihre Zielpersonen nicht in erster Linie nach Produkten suchen, sondern nach Lösungen zu einem Problem. Versuchen Sie zu verstehen, was die Herausforderungen im Alltag sind, was sie antreibt, und welche Informationen ihnen helfen könnten, ihre Arbeit besser zu erledigen.

Das Wissen um den Informationsbedarf potenzieller Kunden ist die wichtigste Voraussetzung für erfolgreichen Content. Wenn wir hier daneben liegen, haben wir keine Chance, als kompetenter Anbieter wahrgenommen zu werden. Dann landet unser Content gleich im „mentalen Mülleimer“.

Um herauszufinden, welche Themen Ihre Zielpersonen interessieren, gibt es verschiedene Möglichkeiten. B2B-Unternehmen mit geringen Ressourcen empfehlen wir, möglichst pragmatisch und ressourcenschonend an die Sache heranzugehen. Hier ein paar Anregungen:

  • Fragen Sie Ihre Kunden direkt. Gerade B2B-Unternehmen pflegen oft lange, persönliche Beziehungen zu ihren Kunden. Nutzen Sie diese und rufen Sie einen von ihnen an. Oder fragen Sie ihn am Rande einer Messe nach seinen „Pain Points“.
  • Holen Sie Ihre Kollegen aus dem Vertrieb und dem Customer Service ins Boot. Sie haben täglich Kontakt mit Kunden und Interessenten und kennen daher deren Probleme und Bedürfnisse besonders gut.
  • Beobachten Sie die Diskussionen in sozialen Netzwerken oder Expertenblogs. Welche Themen werden kommentiert, welche Fragen gestellt? Was wird geliket und geteilt?
  • Auch eine Keyword-Analyse kann Hinweise darauf liefern, welche Art von Informationen Ihre Zielgruppe sucht.

Bedenken Sie, dass diese Methoden jeweils nur einen Teil des Gesamtbildes wiedergeben. Nutzen Sie daher verschiedene Quellen, um ein möglichst genaues Bild von den Themen zu bekommen, die Ihr Zielpublikum interessiert.

Und berücksichtigen Sie auch die Tatsache, dass im B2B-Bereich mehrere Personen an einer Kaufentscheidung beteiligt sind. Diese benötigen – je nach Phase im Kaufprozess – unterschiedliche Informationen, wie dieses einfache Beispiel zum Einkauf von Agenturleistungen durch eine Marketingabteilung zeigt:

lean-content-marketing-blog-sweet-spot-kaufprozess

Bei welchen Themen können wir punkten?

Nachdem Sie relevante Themen gefunden haben, gilt es, Schwerpunkte zu setzen. Gibt es Themenfelder, über die bereits häufig geschrieben wurde? Diese sollten Sie nicht unbedingt in den Mittelpunkt Ihrer Kommunikation stellen. Denn hier ist es nur schwer möglich, noch aus der Masse der Inhalte herauszustechen.

Bewerten Sie daher die obigen Themenbereiche nach Ihrem Potenzial. Gerade bei begrenzten Ressourcen ist es wichtig, sich zu fokussieren. Folgende Fragen können bei der Bewertung hilfreich sein:

  • Welche Themen lassen sich mit geringem Aufwand umsetzen?
  • Wo herrscht hoher Wettbewerbsdruck d.h. welche Themen sind bereits ausgereizt?
  • Welche Nischenthemen sind noch „frei“?
  • Bei welchen Trendthemen können wir vom öffentlichem Interesse profitieren?
  • Bei welchen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Content geteilt wird?
  • Zu welchen Themen besitzt unser Unternehmen besondere Expertise?

Vor allem die letzte Frage ist für den Erfolg Ihres Contents entscheidend. Denn das ist der Punkt, mit dem Sie sich von Ihrem Wettbewerb abheben können. Mit dem Sie einen eigenen Ansatz für Ihr Content-Marketing entwickeln können.

Werden Sie sich daher Ihrer Stärken bewusst: Hat Ihr Unternehmen besonderes Expertenwissen? Einen besonderen Ansatz? Gibt es etwas, das sie besser können als andere Unternehmen? Etwas, dass Ihre Wettbewerber nicht ohne weiteres kopieren können?

Tragen Sie möglichst viele Aspekte zusammen, die als „Unique Selling Proposition“ für Ihr Content-Marketing taugen. Beziehen Sie dabei Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen ein und entscheiden sie gemeinsam, welche dieser Stärken Sie besonders gut von anderen Unternehmen unterscheiden.

Fokussieren Sie sich auf den Sweet Spot

Nun können Sie beides zusammenbringen: Ihre Stärken auf der einen und den Informationsbedarf Ihrer Zielpersonen auf der anderen Seite. Dort, wo sich beide decken, befindet sich der so genannte „Sweet Spot“: jenes Themenfeld, zu dem Ihr Unternehmen Content hervorbringen kann, der im Markt als einzigartig und wertvoll wahrgenommen wird.

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Der Sweet Spot ist somit die inhaltliche Leitidee für Ihre Kommunikation. Hier finden sich die Themen, für die Sie Ihre Ressourcen einsetzen sollten.

Unternehmen, die ihren Sweet Spot kennen, tun sich anschließend bei der Planung und Erstellung ihrer Inhalte wesentlich leichter. Sie wissen genau, worin sie gut sind, und worin nicht. So sind sie besser in der Lage, zu entscheiden, wofür sie ihre Ressourcen einsetzen und produzieren nur solchen Content, der eine maximale Wirkung verspricht.

Erst wenn die Themen stehen, geht es um Formate

Bis zu diesem Punkt sollten Sie mögliche Content-Formate komplett außer Acht lassen. Es geht hier einzig und allein um die Inhalte für Ihre Kommunikation. In welcher Form Sie diese umsetzen – ob als Whitepaper, Blogposts, Videos etc. – entscheiden Sie erst im Rahmen der nun anschließenden Content-Planung, und zwar in Abhängigkeit von Ihren Zielen (bei Lead-Generierung als primäres Ziel werden Sie Whitepaper und Webinare bevorzugen) und den Informationsgewohnheiten Ihres Publikums (nutzen diese ein bestimmtes Fachportal, sollten Sie dort mit Gastbeiträgen präsent sein). Hier haben wir einige Tipps für die Content-Planung für Sie zusammengefasst.

Fazit

Erfolgreiche Unternehmen orientieren sich konsequent an Ihrem Kerngeschäft. Und das sollte auch für das Content-Marketing gelten. Konzentrieren Sie sich deshalb auf Themen, in denen Sie stark sind und die Ihren Zielpersonen einen echten Mehrwert bieten. Folgen Sie Ihrem Sweet Spot. Dann können Sie sicher sein, dass Sie Ihre Ressourcen sinnvoll einzusetzen – für einzigartige Geschichten, die für Ihr Publikum wertvoll sind.

Quellen und weitere Informationen:

 

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Haben Sie Fragen zum B2B Content Marketing? Dann nehmen Sie Kontakt auf: Wir helfen wir gerne weiter!

Hinweis: „Sweet Spot“ ist eine eingetragenes Markenzeichen von Jochen Peter Elsesser, www.sweet-spot.de.

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Social Selling im B2B: Mit dem richtigen Content verkaufen

Social Selling, das Verkaufen in sozialen Netzwerken, gilt als neue Wunderwaffe im Vertrieb. Das hat einen guten Grund: 94% aller Entscheider im B2B recherchieren online, um sich über Lösungen und Anbieter zu informieren. Da liegt es nahe, dass Unternehmen dort aktiv werden, wo sich die Zielgruppe aufhält: auf Xing, LinkedIn, Twitter oder Facebook. Doch nicht mit plumpen Verkaufsphrasen, sondern mit Inhalten, die zum konkreten Bedarf im Kaufprozess passen und bei der Entscheidungsfindung unterstützen. Lesen Sie hier, wie Sie Social Selling richtig betreiben.

Was ist Social Selling?

Beim Social Selling nutzt man soziale Medien, um potenzielle Kunden zu identifizieren und mit ihnen in Kontakt zu treten. Ziel ist dabei, Beziehungen aufzubauen und mehr über den konkreten Bedarf der Zielgruppe zu erfahren. An die Stelle von Werbephrasen tritt Content, der dabei hilft, eine Kaufentscheidung zu treffen. Im Fokus des Social Selling steht also der Kunde mit seinen Bedürfnissen, nicht der Anbieter und sein Produkt. Die wichtigsten Aspekte des Social Selling erläutert das folgende Video sehr schön:

Was ist der Unterschied zum klassischen Verkauf?

Im Fokus des Social Selling stehen echte Menschen, nicht nur Kontaktdaten. Konkrete Probleme und Erwartungen statt abstrakter Bedarfe. Persönliche Gespräche zu relevanten Themen statt 0815-Gesprächsleitfäden. All das mit dem Ziel, vertrauensvolle Beziehungen zu Entscheidern aufzubauen und sich selbst als Problemlöser zu positionieren.

Abbildung: coldsalesprospecting.com

Warum Social Selling?

Der Grund, warum der Vertrieb sich zunehmend in soziale Netzwerken verlagern sollte, liegt auf der Hand: 90% der B2B-Entscheider reagieren nicht mehr auf Kaltakquise per Telefon oder E-Mail. 75% machen sich auf eigene Faust auf die Suche nach Lösungsanbietern und nutzen dazu soziale Plattformen wie Xing, LinkedIn oder Twitter. Das Kaufverhalten hat sich also geändert, wie die folgende Übersicht zeigt. Und Social Selling bietet die Antwort darauf.

Abbildung: salesforlife.com

Die Rolle von Content im (sozialen) Verkauf

Guter Content adressiert die Herausforderungen und „Pain Areas“ der Kundensituation. Erfolgreicher Content führt zu neuen Leads und Kontakten, sowie einem höheren Engagement der Kunden.“ (Dr. Manfred Kaufmann, CE-Unternehmensberatung)

Insofern ist Content der entscheidende Treibstoff im Social Selling. Es geht darum, potenzielle Kunden mit konkreter Hilfe bei der Lösung von Problemen zu unterstützen und sie mit Know-how zu überzeugen:

  • Das Fachwissen potenzieller Käufer entwickeln
    Soziale Medien ermöglichen einen einfachen Zugang zu potenziellen Kunden, die sich in einer frühen Phase das Kaufprozesses befinden. Mit gutem Content helfen Sie ihnen, ein Thema zu durchdringen und eine Lösung für ihr Problem zu finden.
  • Beziehungen aufbauen und das Kundenerlebnis aktiv gestalten
    Ziel des Social Selling ist es, Beziehungen zu entwickeln statt vordergründig zu verkaufen. Dies gelingt am ehesten, wenn Sie zeigen, dass Sie sich in ihrem Fachgebiet auskennen und auch die Bedürfnisse der Kunden verstehen. Je nützlicher Ihre Inhalte für den Alltag der Kunden sind, desto überzeugender ist das Erlebnis für den Käufer.
  • Mehrwert bei jedem Kontakt bieten
    Wegen des Überangebotes an Informationen im Netz sind die Ansprüche der Konsumenten sehr hoch. Dementsprechend gilt es für Anbieter, mit relevanten Inhalten einen für den Käufer wahrnehmbaren Mehrwert zu bieten.

So gewinnen Sie nach und nach das Vertrauen Ihrer Zielpersonen. Social Selling ist damit eine Methode der Lead-Generierung, bei der man potenzielle Käufer über die sozialen Netzwerke identifiziert, sie mit Hilfe guten Contents gezielt und individuell anspricht und systematisch weiter qualifiziert. Mit der Lead-Generierung im B2B werden wir uns in einem der nächsten Blogbeiträge noch eingehender beschäftigen.

Tipps für den Start ins Social Selling

Das Verkaufen in sozialen Medien erfordert in vielen Unternehmen ein Umdenken und Neuentdecken des Themas Social Media und lässt sich nicht mal eben nebenbei im Unternehmen etablieren. Es lohnt sich daher, das Thema Social Selling schrittweise anzugehen. Silke Loers gibt in ihrem Beitrag auf zielbar.de fünf nützliche Tipps für den Einstieg:

  1. Zuhören und monitoren
  2. Strategie erstellen
  3. Inhalte festlegen und recherchieren
  4. Loslegen und Accounts erstellen
  5. Netzwerken

Content-Formate für das Social Selling

In einem früheren Artikel haben wir bereits einen Überblick über die Content-Formate gegeben, die im Kaufprozess eine Rolle spielen. Diesen Formaten ist gemein, dass sie sich inhaltlich mit den Problemen potenzieller Kunden beschäftigen. Der Anbieter und sein Produkt bleiben dabei im Hintergrund. Hier eine kurze Übersicht über die wichtigsten Formate für die verschiedenen Phasen des Kaufprozesses:

Phase 1: Informieren und sondieren

  • Fachartikel über Trends, Strategie und Management
  • Nachrichten aus der Branche des Interessenten
  • How-to-Artikel, Praxisanleitungen
  • Studien, Marktforschungsergebnisse

Phase 2: Anbieter vergleichen

  • Produkt-Demo, Produktbeschreibungen
  • Case Studies und Fallbeispiele
  • Produkttests, Erfahrungsberichte, Nutzermeinungen

Phase 3: Kaufentscheidung treffen

  • ROI-Kalkulator
  • Preisinformation

Fazit

Damit Social Selling, das Verkaufen in sozialen Medien, gelingt, sollten Marketing und Vertrieb grundlegende Prinzipien des Content Marketing beherzigen: nützliche Inhalte statt Werbephrasen, Vertrauen schaffen statt vordergründig zu verkaufen. Das Produkt im Social Selling ist – wie auch im Content Marketing – der Inhalt, der bei potenziellen Kunden einen Nutzen stiftet.

Weiterführende Links

Abbildung: Fotolia (c) elenabsl

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Tipps für die Content-Planung: Wie Sie aus Ihren Inhalten das Maximale herausholen

Video, Whitepaper, Newsletter – welche Inhalte sollte man wann und wie oft einsetzen, um eine maximale Wirkung zu erzielen? Das Hero-Hub-Hygiene-Modell bietet Unternehmen eine gute Grundlage für ihre Content-Planung.

Eine Umfrage der Privaten Hochschule Göttingen brachte kürzlich Erstaunliches zu Tage: Viele Unternehmen, die auf Content Marketing setzen, tun sich nicht nur schwer mit der Content-Strategie, sondern auch mit der Umsetzung. Mehr als die Hälfte der Befragten gab zu, mit der Aufbereitung der Inhalte in ihrem Unternehmen nicht zufrieden zu sein.

Dabei sind gute Ideen offenbar vorhanden. Nur hapert es an dem entscheidenden Prozessschritt von der Story hin zur Kampagne: Fast zwei Drittel der Unternehmen gibt an, die Potenziale hier weniger gut bis gar nicht gut zu nutzen.

Wie kann das sein? An Tipps und Ratgebern zur Content-Erstellung und -Distribution mangelt es nicht. Im Gegenteil: das Netz ist voll davon.

Wahrscheinlich ist gerade das das Problem: Die Vielzahl an Themen, Content-Formaten und Publikationsmöglichkeiten überfordert die Unternehmen. Soll man zur Story ein Video produzieren, eine Infografik oder doch lieber einen How-To-Artikel? Oder vielleicht alle drei? Welche Formate eignen sich, um schnell eine hohe Reichweite aufzubauen? Und über welche Kanäle bringt man sie am besten an den Mann?

Um hier die richtigen Antworten zu finden, benötigen Unternehmen

  1. eine sehr gute Kenntnis ihrer Zielpersonen und deren Informationsbedürfnisse: Sie müssen wissen, welche Inhalte diese in welcher Phase des Kaufprozesses benötigen.
  2. eine gute Planung: Es gilt, den Content im Verlauf der Customer Journey so zu platzieren, dass eine maximale Wirkung erreicht wird.

Inhalte vielfältig inszenieren

Empfehlenswert ist es, bei der Inszenierung von Content möglichst viel zu variieren. Das heißt, ein bestimmtes Thema sollte möglichst in verschiedenen Formaten aufbereitet werden: mal als Blogartikel, mal als Whitepaper, mal als Video. Denn jedes Content-Format hat seine eigenen Stärken im Kaufprozess.

Auch die Nutzungs- und Verbreitungsmöglichkeiten sind unterschiedlich. So können Sie mit einem auf Youtube platzierten Video, das zusätzlich über bezahlte Medien wie etwa Google Adwords oder Werbung in sozialen Medien vermarktet wird, ein ungleich größeres Publikum erreichen als beispielsweise mit einem Artikel, den Sie nur im eigenen Blog veröffentlichen.

Bezahlte Medien sind vor allem dann wichtig, wenn Sie schnell eine große Reichweite für Ihre Inhalte erzeugen wollen.

Als Grundlage für die Content-Planung kann hier das „Hero-Hub-Hygiene-Modell“ dienen, das Google für Youtube entwickelt hat. Es unterscheidet drei Arten von Content:

  1. Hygiene-Content: Das sind Inhalte, die von Nutzern zu einem Themenfeld gesucht werden und dauerhaft relevant sind, z.B. FAQ-Listen und How-to-Anleitungen. Man bezeichnet diese Inhalte auch als Evergreen-Content. Achten Sie darauf, dass Sie diese kontinuierlich anbieten.
  2. Hub-Content: Das sind Inhalte, die für spezifische Interessen der Zielgruppen relevant sind und in regelmäßigen Abständen erstellt werden. Ihr Ziel ist es, die Adressaten immer wieder zu Ihnen als Anbieter zurückzuholen, um so im Kontakt zu bleiben und Vertrauen aufzubauen. Typischer Hub-Content sind Blog- oder Video-Serien, die ein Thema von verschiedenen Perspektiven aus beleuchten.
  3. Hero-Content: In diese Kategorie fallen Videos und andere Inhalte, die mit viel Zeit- und Kostenaufwand entwickelt werden. Hero-Content wird punktuell produziert, z.B. bei Produkteinführungen, und intensiv vermarktet. Sein Ziel ist eine möglichst große Reichweite, daher werden bei der Distribution auch bezahlte Medien eingesetzt.

Hygiene-, Hub- und Hero-Content richtig kombinieren

Das Hero-Hub-Hygiene-Modell bietet eine sehr gute Ausgangsbasis für die Content-Planung und den Aufbau von Reichweite. Idealerweise sollte Ihr Redaktionsplan alle drei Content-Formen abdecken. Je nach Zielsetzung, können Sie den Schwerpunkt aber auch variieren. So ist Hero-Content vor allem geeignet, um schnell viel Aufmerksamkeit zu erzielen, Hygiene-Content hat seine Stärken im langfristigen Vertrauensaufbau.

Ziele von Hero, Hub, Hygiene Content

Hero-Hub-Hygiene-Modell: Die drei Content-Formen haben unterschiedliche Ziele. (Quelle: reprisemedia.co.uk)

 

Wichtig ist, die einzelnen Typen nicht isoliert zu betrachten. Ihre volle Wirkung entfalten Hero-, Hub- und Hygiene-Content nämlich erst im Zusammenspiel. Darin liegt die Stärke dieses Modells. Die folgende Grafik des Content Marketing Forums veranschaulicht dies sehr schön:

Content-Planung: Wirkung von Hero-Hub-Hygiene-Content auf die Reichweite

Die Wirkung der drei Content-Typen akkumuliert sich im Zeitverlauf
(Quelle: Whitepaper „Content Promotion“ des Content Marketing Forums)

Fazit

Das Hero-Hub-Hygiene-Modell ist ein sehr einfaches, aber wirkungsvolles Modell für die Content-Planung. Es strukturiert Inhalte nach ihrer Attraktivität für die Zielpersonen sowie den Verbreitungsmöglichkeiten in drei Kategorien. Achten Sie bei Ihrer Planung darauf, jede dieser Kategorien zu berücksichtigen und sinnvoll im Zeitablauf zu verteilen.

 


Weiterführende Links

Themenplan zum Download

Ein Themenplan hilft Ihnen dabei, den Überblick darüber zu behalten, welcher Content wann in welcher Form und in welchen Medien publiziert werden soll. Wir stellen Ihnen hier eine Themenplan-Vorlage auf Excel-Basis zur Verfügung, die Sie Ihren eigenen Bedürfnissen leicht anpassen können.

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Content im IT-Kaufprozess: die richtigen Inhalte zur richtigen Zeit

Content Marketing zielt darauf ab, die Zielgruppe zur richtigen Zeit, am richtigen Ort mit den richtigen Inhalten zu erreichen. Doch welches sind die richtigen Inhalte, wenn es darum geht, Entscheider in Unternehmen bei ihrer Kaufentscheidung zu unterstützen? Eine aktuelle Studie von IDG Research hat diese Frage für Kaufprozesse im IT-Bereich untersucht.

Ein Entscheider, der eine Software für sein Unternehmen anschaffen will, steht in der Regel vor zwei Herausforderungen: Auf der Business-Ebene hat er ein Problem zu lösen, z.B. die Software-Infrastruktur in einer Abteilung so zu optimieren, dass Mitarbeiter effizienter arbeiten können. Daraus ergibt sich für ihn eine weitere Herausforderung auf der Lösungsebene: Er muss das passende Produkt finden und eine Kaufentscheidung treffen, bzw. initiieren, die er auch verantworten muss.

Sowohl auf der Business- als auch auf der Lösungsebene bietet sich für Anbieter die Chance, den Entscheider zu unterstützen. Im Rahmen des Content Marketings etwa mit Inhalten, die den Kunden in die Lage versetzen, die für ihn richtige Kaufentscheidung zu treffen. Die entscheidende Frage ist dabei, welche Inhalte hierfür geeignet sind. Sie lässt sich nicht leicht beantworten, da die Anforderungen innerhalb des Kaufprozesses erheblich variieren können, je nach nachdem, in welcher Phase sich der Käufer befindet. Diese zu verstehen, ist für Unternehmen nicht einfach:

67% of B2B organizations report their biggest barrier to creating relevant content is a lack of insight into the buyer.” – Aberdeen Group

Um herauszufinden, welche Inhalte in welcher Phase des Kaufprozesses benötigt werden, müssen Content Marketers den konkreten Bedarf ihrer Zielgruppe ermitteln – entweder im Dialog oder durch Marktbeobachtung. Beides kann sehr aufwändig sein. Einen ersten Anhaltspunkt können externe Studien liefern. So hat das Marktforschungsunternehmen IDG Research kürzlich 1.000 IT-Entscheider dazu befragt, welche Inhalte sie in den einzelnen Phasen des Kaufprozesses benötigen. Damit hat das Marketing, aber auch der Vertrieb, die Möglichkeit, sein Content-Angebot am konkreten Bedarf auszurichten und so den Kaufprozess gezielter zu steuern. Wir wollen uns das Ergebnis der IDG-Studie im Folgenden näher ansehen.

Diese Inhalte benötigen IT-Entscheider im Kaufprozess

In der Praxis haben Käufer 57% ihrer Entscheidung für ein Produkt bereits getroffen, bevor Sie Kontakt zu einem Anbieter aufnehmen. Sie informieren sich dabei hauptsächlich im Internet: 67% des Kauf- und Entscheidungsprozesses finden mittlerweile digital stattfindet. Für Anbieter kommt es deshalb entscheidend darauf an, bereits in dieser Phase auch ohne persönlichen Kontakt präsent zu sein. Es gilt, Inhalte bereitzustellen, die für Entscheider relevant sind und Antworten auf individuelle Fragen geben.

IDG Research 2016 (Abbildung via marketingcharts.com)

Phase 1: Unternehmerische Anforderungen festlegen

Am Anfang eines Kaufprozesses steht ein konkretes Problem. Hat das Unternehmen dieses erkannt, skizziert es mithilfe von Informationen und Daten aus dem Markt eine grobe Lösung. Dabei helfen in erster Linie Fachartikel, Fallbeispiele und Studien. Relevante Inhalte in dieser Phase sind für den B2B-Kunden somit:

  • Fachartikel über Trends, Strategie und Management
  • Technologie-Nachrichten
  • Case Studies und Fallbeispiele
  • Fachartikel über Technologie
  • Studien, Marktforschungsergebnisse

Phase 2: Technische Anforderungen festlegen

Auf Basis der groben Lösungsskizze skizziert das Unternehmen im nächsten Schritt die Anforderung an eine Lösung aus technischer Sicht. Hier sind insbesondere folgende Inhalte gefragt.

  • How-to-Artikel, Praxisanleitungen
  • Produkttests, Erfahrungsberichte, Nutzermeinungen
  • Produkt-Demo, Produktbeschreibungen
  • Case Studies und Fallbeispiele
  • Technologie-Nachrichten

Phase 3: Angebote und Anbieter evaluieren

In dieser Phase werden Angebote und Anbieter verglichen und auf Basis von Produkttest, Verkaufspräsentationen durch den Vertrieb sowie Produkt-Demos gegenübergestellt. Relevante Inhalte sind somit:

  • Produkttests, Erfahrungsberichte, Nutzermeinungen
  • Produkt-Demo, Produktbeschreibungen
  • Verkaufspräsentation
  • Studien, Marktforschungsergebnisse
  • How-to-Artikel, Praxisanleitungen
  • Technologie-Nachrichten
  • Gutachten

Phase 4: Vorauswahl treffen

Aus der Evaluation der Angebote ergibt sich eine Vorauswahl von Lösungen. Hier können Anbeiter mit folgenden Inhalten unterstützen:

  • Produkt-Demo, Produktbeschreibungen
  • Produkttests, Erfahrungsberichte, Nutzermeinungen
  • Verkaufspräsentation
  • Studien, Marktforschungsergebnisse
  • Technologie-Nachrichten

Phase 5: Vorauswahl intern „verkaufen“

Nach der Vorauswahl kommen auf Kundenseite in der Regel weitere Abteilungen ins Spiel, die an der Kaufentscheidung beteiligt sind. Um sowohl die Fachabteilungen als auch Einkauf, Controlling und ggf. die Geschäftsführung von den in die engere Wahl genommenen Lösungen zu überzeugen, sind Inhalte nötig, die den Nutzen aus verschiedenen Perspektiven beleuchten: zum Beispiel ein ROI-Kalkulator für die Wirtschaftlichkeit, Produkt-Demos für die Anwender und Studien für das Management.

  • ROI-Kalkulator
  • Produkt-Demo, Produktbeschreibungen
  • Case Studies und Fallbeispiele
  • Studien, Marktforschungsergebnisse
  • Produkttests, Erfahrungsberichte, Nutzermeinungen

Phase 6: Entscheidung absichern und kaufen

Für die Phase des Kaufabschlusses benötigen Entscheider im Wesentlichen die gleichen Inhalte wie in der Phase des internen „Verkaufs“. Content wie Produkttest und Erfahrungsberichte von Nutzern können hier den Ausschlag zur Kaufentscheidung geben und sollten daher im Fokus stehen:

  • ROI-Kalkulator
  • Produkttests, Erfahrungsberichte, Nutzermeinungen
  • Produkt-Demo, Produktbeschreibungen
  • Verkaufspräsentation
  • Studien, Marktforschungsergebnisse

Buying Center: Wenn mehrere Abteilungen mitentscheiden

Wie bereits erwähnt, sind bei Kaufentscheidungen im B2B neben einer Fachabteilung in der Regel weitere Unternehmensbereiche eingebunden, wie etwa Einkauf, IT, Finanzen/Buchhaltung und Geschäftsführung. Diese Bereiche wirken in einem so genannten „Buying Center“ zusammen, in dem jeder von ihnen eine andere Rolle einnimmt.

Die Herausforderung für das Content Marketing besteht darin, den verschiedenen Funktionen und Informationsbedürfnissen im Buying Center gleichermaßen gerecht zu werden und passende Inhalte für die beteiligten Zielpersonen zu liefern. Die folgende Abbildung aus unserem Beitrag auf marketing-boerse.de zeigt eine mögliche Aufgabenverteilung im Buying Center. Je nach Rolle und Motivation der Beteiligten sind Inhalte gefragt, die einen konkreten Nutzen für den Einzelnen oder die Gruppe stiften.

Fazit

Konsumenten informieren sich heute selbstständig im Internet und treffen Kaufentscheidungen weitgehend, ohne den persönlichen Kontakt mit Anbietern zu suchen. Daher sind Unternehmen gefordert, den Kaufprozess mit Inhalten zu steuern, die für Entscheider relevant sind und in den unterschiedlichen Phasen des Kaufprozesses Antworten auf individuelle Fragen geben.

Weiterführende Links

Abbildung: Fotolia (c) Julien Eichinger

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Content Marketing mit Instant Articles: Was bringt die App für Unternehmen?

Facebook will zur zentralen Medien-Plattform werden und hat auf der Entwicklerkonferenz f8 im April 2016 zahlreiche Features angekündigt, die den Weg dorthin ebnen sollen. Für Content Marketer ist dabei vor allem die Öffnung von Instant Articles für alle Publisher interessant. Wir schauen uns an, welche Rolle die mobile App im Content-Marketing spielen kann und was Unternehmen bei der Nutzung beachten sollten.

Wie funktioniert Facebook Instant Articles?

Instant Articles ist eine mobile App, über die Verlage und andere Content-Produzenten komplette Artikel, Fotogalerien und Videos in Facebook veröffentlichen können. Bisher konnten sie ihre Inhalte auf Facebook nur anteasern und den Nutzer über einen Link zum kompletten Inhalt führen. Für den mobilen Nutzer bietet Instant Articles somit wesentlich mehr Komfort: er muss das Netzwerk zum Lesen der Artikel nicht mehr verlassen und Inhalte werden schneller geladen – angeblich zehn Mal schneller als über das mobile Web.

Was bringt es den Content-Produzenten?

Einige Medienhäuser konnten Instant Articles in den vergangenen Monaten bereits testen. In Deutschland waren unter anderem Bild.de und Spiegel Online beteiligt. Sie überzeugte vor allem die Möglichkeit, ihre Inhalte genau dort anbieten zu können, wo sich die Menschen im digitalen Alltag aufhalten. Die französische Zeitung Libération veröffentlichte konkrete Zahlen: Das Blatt hatte seit Januar 2016 alle Artikel zusätzlich über Instant Articles verbreitet und verzeichnete u.a. einen Anstieg der Verweildauer je Artikel um ganze 33 Prozent. Auch die Effekte auf User Engagement und Umsatz pro Artikel waren positiv.

Content Marketing mit Instant Articles - Vorteile für Publisher

Abbildung: media.fb.com

Eine Plattform auch für Content-Marketer

Und noch eine Plattform …! Manch einer wird nun verzweifelt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Denn schon heute ist die Anzahl möglicher Kanäle für die Content-Distribution unüberschaubar. Doch bei einem Netzwerk mit rund einer Milliarde Besuchern pro Tag lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Denn die hohe Reichweite von Facebook ist nicht nur für Verlage interessant.

Auch Unternehmen, die einen Corprate Blog betreiben, können und sollten Instant Articles nutzen, um neue Nutzergruppen zu erschließen. Schließlich ist Social Media ein fester Bestandteil jeder Content Marketing-Strategie, und gerade Facebook – als führende Social Media-Plattform mit den meisten Seitenaufrufen weltweit – bietet gewaltiges Potenzial, um die eigenen Zielgruppen zu erreichen.

Tools für kreative Inhalte

Instant Articles bietet Publishern eine Art „Toolbox“, mit der sie ihre Inhalte gestalten und anreichern können, zum Beispiel mit hochauflösenden Abbildungen, automatisch startenden Videos, interaktiven Karten und Audio-Funktionen. Außerdem können Unternehmen die Farben, Schriftarten und das Layout der Inhalte individuell an das eigene CI anzupassen. Auch die Abfolge der Artikelveröffentlichungen lässt sich leicht steuern und automatisieren. Damit bietet die mobile App einige Features, die sich so auf anderen Plattformen nicht finden und neue Möglichkeiten für den Einsatz im Content Marketing eröffnen.

Content Marketing mit Instant Articles - Video Einbettung

Abbildung: tctechcrunch2011.files.wordpress.com

Potenzial auch für B2B

B2B-Unternehmen sollten einen Einsatz von Facebook grundsätzlich kritisch prüfen. Denn oft lassen sich ihre Zielgruppen über Business Plattformen wie Xing oder LinkedIn besser erreichen. Doch für alle, die Facebook schon jetzt nutzen und dort eine Community aufgebaut haben, lohnt sich ein Blick auf die neue App. Durch Storytelling und eine neue Art des „Content-Erlebens“ könnten sie sich damit von der Konkurrenz abheben. Zum Beispiel mit einem Artikel, in den das Video einer spannenden Produktvorführung integriert ist, oder eine interaktive Karte, die durch die Produktionsstätte führt. Nutzer können so das Unternehmen „hautnah“ auf ihrem Endgerät erleben.  Wer schnell einsteigt, genießt dabei die Vorteile des „First Movers“: Die Konkurrenz dürfte anfangs noch nicht hoch sein.

Voraussetzung für die Nutzung von Instant Articles

Facebook hat Instant Articles nach eigenen Angaben für alle Publisher geöffnet. Doch damit ist nicht wirklich „alle“ gemeint: Bestimmte Voraussetzungen müssen Unternehmen erfüllen, um die mobile App zu nutzen. So müssen Publisher mindestens 10 Artikel einreichen, die nach den Facebook-Vorgaben bzgl. Technik, Design, Formatierung, Länge etc. erstellt sind. Erst wenn diese die Facebook-Prüfung bestanden haben, kann es man mit der Veröffentlichung von Instant Articles losgehen.

Was sind mögliche Risiken?

Experten betrachten Facebook Instant Articles nicht nur positiv. Viele befürchten, dass Content-Produzenten sich abhängig machen, wenn sie ihre Inhalte direkt auf dem sozialen Netzwerk veröffentlichen. Denn theoretisch könnte Facebook die Funktionen und Regeln jederzeit nach eigenem Gutdünken ändern. Ein weiterer Nachteil: Der Traffic auf die eigene Website wird sinken, wenn Leser die Inhalte direkt bei Facebook konsumieren. Beides gilt für Verlage und Unternehmen gleichermaßen. Dem sollten sich Marketer bewusst sein.

Content Marketing mit Instant Articles – Tipps für den Einstieg

Wenn Sie denken, Ihre Zielgruppen über Instant Articles erreichen zu können, probieren Sie die neuen Möglichkeiten der Content-Vermarktung am besten mit überschaubarem Aufwand aus. Hier ein paar Tipps für den Einstieg:

1)     Plugin für die Artikel-Umwandlung installieren

Um Instant Articles nutzen zu können, müssen Betreiber von Blogs und Nachrichtenportalen ihre Webseiten technisch vorbereiten. Am einfachsten haben es jene, die einen WordPress-Blog betreiben. Sie können einfach eines der verschiedenen Plugins (z.B. Facebook Instant Articles & Google AMP Pages by PageFrog) installieren, um darüber ihre Artikel automatisch in Instant Articles zu verwandeln und ausliefern.

Falls Sie ein anderes Content Management System im Einsatz haben, können Sie die Inhalte über RSS-Feed oder eine API in Instant Articles übernehmen. Wie das genau funktioniert, erklärt Facebook in den Hinweisen für Entwickler.

2)     Inhalte fit machen für die Kombination aus Mobile, Social, Video

Wer darüber nachdenkt, die neue Facebook-App als Distributionskanal für seine Inhalte zu nutzen, sollte zwei wichtige Nutzungstrends kennen:

  1. Klicks kommen bei Facebook vor allem über Mobile: 1,44 Millionen der monatlich aktiven Facebook-Nutzer greifen über ihr mobiles Endgerät auf das soziale Netzwerk zu.
  2. Videos sind ein besonders beliebtes Format: 2015 wurden durchschnittlich 8 Milliarden Videos pro Tag auf Facebook angesehen. Am meisten Erfolg versprechen kurze Spots mit aufmerksamkeitsstarkem Einstieg und Call-to-Action.

Nur wenn die eigenen Inhalte fit sind für diese beiden Trends, lohnt es sich, ernsthaft über Facebook als Kanal nachzudenken.

3)     Instant Articles veröffentlichen

Facebook beschreibt in einem Leitfaden auf der Seite für Entwickler alle Schritte, die Unternehmen ausführen müssen, um Instant Articles zu erstellen und zu veröffentlichen. Auch in einem Beitrag des Social Media Examiner finden Unternehmen eine gute Einführung.

4)     Nutzung analysieren

Sorgen Sie dafür, dass Ihr Tracking-System auch die Nutzung der Instant Articles erfasst und beobachten Sie kontinuierlich, wie Ihre Zielgruppen diese aufnimmt. So können Sie bei Bedarf rechtzeitig reagieren. Für die Analyse können Sie auch die Funktionen nutzen, die Facebook über das Administrator-Dashboard bereitstellt. Gemessene Parameter sind hier Klicks, aufgewendete Zeit pro Artikel sowie Scroll-Tiefe.

Fazit

Unternehmen, die bereits jetzt Facebook für die Verbreitung ihrer Inhalte nutzen, und schon eine starke Community aufgebaut haben, können von Instant Articles zusätzlich profitieren. Dabei ist der Aufwand für den Einstieg gering, da das Publizieren von Artikeln über Plugin oder RSS weitgehend automatisiert erfolgt. Alle anderen sollten zunächst kritisch hinterfragen, ob Facebook der richtige Kanal ist, um die eigene Zielgruppe zu erreichen. Und wenn ja, ob auch die eigenen Inhalte den dortigen Erwartungen der Nutzer – Stichwort Bewegtbild und Mobile-Responsiveness – entsprechen.


Weiterführende Links

 

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Lean Content: Die richtigen Inhalte im Dialog mit der Zielgruppe entwickeln

Die Zielgruppe mit den richtigen Inhalten, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort erreichen – das ist der Kern einer Content-Strategie. Doch wie stellt man fest, welches die richtigen Inhalte sind? Die Antwort ist einfach: Fragen Sie Ihre Zielgruppe und binden Sie sie in die Entwicklung Ihrer Inhalte ein! Für ein Marketing, das weitgehend die Realität aus dem Blick verloren hat, ist dies eine echte Herausforderung.

In unserem Vortrag auf der CMCX Content-Marketing Conference 2016 in München haben wir gezeigt, wie Unternehmen ihren Content nach dem „Lean-Prinzip“ entwickeln und mit dem „Ohr am Markt“ ein optimales Angebot schaffen. Das Wichtigste aus unserem Vortrag fassen wir hier für Sie zusammen.

Wie entwickeln Unternehmen heute Inhalte?

Vor dem Handeln kommt der Plan, die Strategie. Dabei haben Marketers eine bestimmte Vorstellung von Strategie. Strategie ist etwas „Großes“, das Ergebnis eines langen Prozesses des Durchdenkens und Vorausdenkens. Ein Versuch, der Unsicherheit am Markt mit dem „perfekten“ Content zu begegnen. Dieser „perfekte“ Content ist von höchster Qualität, wird schnell im Markt veröffentlicht und kostet wenig.

Lean-Content-Marketing-Inhalte-mit-Kunden-entwickeln-Anforderungen

Doch kann man einen solchen Content am Schreibtisch planen? Wohl kaum. Denn diese Faktoren schließen sich zum Teil gegenseitig aus. Das ist ein wenig wie beim Jonglieren:

  • Konzentrieren sie sich zu sehr darauf, schnell am Markt zu sein, fällt ihnen die Qualitätskeule auf den Kopf.
  • Konzentrieren sie sich zu sehr darauf, höchste Qualität zu erreichen, fallen ihnen gleich zwei Keulen auf den Kopf: Time-to-Market und Kosten.

Autsch!

Wie könnte ein Ausweg aus diesem Dilemma aussehen?

Wenn wir davon ausgehen, dass Time-to-Market – besser: Speed-to-Market – heute mehr denn je über den Erfolg des Marketings entscheidet, dann sollten wir unsere Anforderungen an die Qualität eher daran orientieren, was nötig ist, nicht an dem was möglich ist, um Kunden zu erreichen. Dazu ein Beispiel:

Möglich ist ein Blogbeitrag mit 10.000 Zeichen und einer Infografik. Nötig ist möglicherweise nur ein Blogbeitrag mit 2.000 Zeichen und einer einfachen Grafik, der aber dafür den Nerv des Publikums trifft. Ein Blogbeitrag mit 300 Zeichen wäre unter Umständen zu wenig, um den Leser zufrieden zu stellen. Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte.

Lean-Content-Marketing-Inhalte-mit-Kunden-entwickeln-Minimum-Viable-Content

Tipp: Wenn wir nicht genau wissen, was potenzielle Kunden erwarten, dann sollte es unser Ziel sein, Zufriedenheit zu erreichen, statt gleich auf Begeisterung abzuzielen.

Und genau hier setzt die Idee an, Content zu entwickeln, der inhaltlich und formal gerade so gut ist, um den Kunden zu erreichen und im Idealfall mit ihm ins Gespräch zu kommen. Die Idee lehnt sich an das Konzept des Minimum Viable Product von Eric Ries an.

Quelle: azquotes.com/quote/724740

Diesen Minimum Viable Content bezeichnen wir als Lean Content. Wir nutzen Lean Content, um Risiken zu minimieren und schnell im Markt zu lernen. Doch auch wenn wir schnell sind, muss unser Content bestimmte Kriterien erfüllen, um den Kunden zu erreichen:

  • Fokus auf Probleme des Kunden
  • Auf das Wesentliche reduziert
  • Schlanke Produktion & Distribution
  • Verwertet fremde Quellen
  • Leicht konsumierbar
  • Für mobile optimiert
  • Visualisiert Botschaften

Auch Lean braucht Planung

Wem die Idee des Lean Content etwas zu hemdsärmlig erscheint, denn können wir trösten: Auch Lean kommt nicht ohne Vorbereitung und Planung aus. Allerdings gilt auch hier: soviel Planung wie nötig, um das Schnellboot zu Wasser zu lassen. Wir bauen keinen Hochseetanker!

Vor allem müssen wir uns vor dem Start ein grobes Bild von unserem Zielpublikum machen:

  • Wen will ich erreichen?
  • Mit welchen Herausforderungen haben diese Leute zu kämpfen?
  • Welches sind ihre innersten Wünsche?
  • Wie gehen sie derzeit mit diesen Herausforderungen um?

Daraus ergibt sich ein noch unscharfes Bild von Zielpersonen, an die sich mit schlanken Inhalten herantasten: eine „Lean Buyer Persona“.

Beispiele für Lean Content Formate

Schauen wir uns einige Formate an, die wir zunächst als Lean Content entwickeln können.

Lean Blog Post

Der Blog ist eine optimale Plattform für Lean Content. Wie wir schon gesehen haben, kann ein Blogartikel sehr lang und sehr umfassend sein. Muss er aber nicht, um Ihre Kunden zu erreichen. Hier sehen Sie die Blog-Strategie einer sehr inspirierenden Bloggerin aus Toronto, die Ihre Inhalte nach dem Lean Prinzip entwickelt.

Quelle: sachachua.com

Lean Infografik

Gleiches gilt für Infografiken, die sie in der „Lernphase“ entsprechend kompakt erstellen können. Statt eines Grafikers tun es auch Vorlagen für Powerpoint oder Word, mit denen sie schnell gute Ergebnisse erzielen können. Und diese müssen nicht einen „Scrollmeter“ lang sein.

Lean Whitepaper

Auch ein Whitepaper lässt sich sehr lean erstellen, wenn sie dem arbeiten, was sie schon haben. Packen Sie die leanen Blogposts, die gut funktioniert haben, in ein Word-Document – auch hier gibt es Vorlagen! – und garnieren Sie das Ganze mit Ihrer Infografik, die sie Stückweise in den Text einstreuen. Fertig ist das Whitepaper nach dem Legoprinzip!

Nicht vergessen: Inhalte lean verbreiten!

Ähnlich wie beim Content selbst verhält es sich auch bei den Kanälen, über die Ihre Inhalte in den Markt bringen. Auch hier könnten Sie theoretische alle Kanäle bespielen. Eigene, bezahlte und soziale. Allerdings wissen sie in der Startphase noch nicht genau, wo sie ihre Zielgruppe erreichen. Bevor Sie also Spezialisten für soziale Medien engagieren und eine große Social Media Strategie entwickeln, sollten sie in kleinen Schritten testen, welche Kanäle sich eignen, um an Ihre Zielgruppe heranzukommen.

Das Feedback der Kunden nutzen

Sie haben nun Ihre ersten Content-Stücke erstellt und diese möglichst schnell in den Markt gebracht. Nun gilt es, genau hinzuhören: Wie reagiert Ihre Zielgruppe auf den Content? Entspricht der Content dem Bedarf?

Es geht darum, den Kunden nicht nur ein Stück Content an den Kopf zu werfen, sondern seine Reaktionen aufzunehmen. Ihm wirklich zuzuhören. Nur so erfahren wir mehr über ihn und seine Bedürfnisse und können unseren Content Schritt für Schritt weiter optimieren. Nicht am Schreibtisch, sondern direkt im Markt. Die Grundlage dafür ist das Feedback der Kunden.

Reaktionen auf den Content messen

Um herauszufinden, wie die Kunden unseren Content aufnehmen, werfen wir zunächst einen Blick auf die Daten. Wir analysieren zum Beispiel,

  • wie oft ein Social Media Post geliket oder geteilt wurde
  • wie viele Kommentare und Klicks ein Blogbeitrag bekommen hat
  • wie lang die Verweildauer auf der Seite war
  • wie viele Downloads ein Whitepaper generiert hat.

Je mehr positive Reaktionen es auf ein Stück Content gibt, desto relevanter ist das Thema für die Zielgruppe.

Nehmen wir an, Sie haben nach dem Lean-Prinzip einige kurze Blog-Posts zu verschiedenen Themen erstellt. Nun messen Sie die Reaktionen darauf und erkennen, dass einige davon besser angekommen sind als andere. Offensichtlich sind das Inhalte, die Ihr Publikum besonders interessiert. Zu diesen Themen können Sie nun aufwändigere Formate erstellen: Whitepaper oder Infografiken. Das Risiko, damit daneben zu liegen, ist gering.

Ein Tipp: Schauen Sie nicht nur auf die eigenen Inhalte. Werfen Sie auch einen Blick in die Blogs der Konkurrenz oder auf Portale, die für Ihre Branche wichtig sind. Welche Themen kommen dort an? Vielleicht erhalten Sie hier zusätzliche Hinweise dazu, was Ihre Zielgruppen bewegt und kommen auf neue Ideen für Themen.

Content und Customer Engagement

Wie unsere Kunden mit dem Content interagieren, sagt etwas darüber aus, wie hoch das Customer Engagement ist. Wieviel Einsatz sie unserem Unternehmen oder unserer Marke entgegenbringen. Paul Greenberg definiert Customer Engagement als:

The ongoing interactions between company and customer, offered by the company, chosen by the customer.”

Customer Engagement gilt heutzutage als entscheidender Erfolgsfaktor für Unternehmen. Denn Kunden, die sich besonders engagiert in der Kommunikation mit einem Unternehmen zeigen, kaufen mehr, empfehlen Produkte häufiger weiter und wandern seltener ab.

Customer Engagement ist daher auch eines der Hauptziele im Content Marketing. Doch es gibt ein kleines Problem: Je mehr Content wir produzieren, desto geringer ist das Engagement! „Content Marketing Paradox“ bezeichnet TrackMaven diesen Zusammenhang, den das Unternehmen 2015 in einer Studie belegt hat. TrackMaven hat 50 Mio. Inhalte analysiert, die über verschiedene Kanäle von 23.000 Unternehmen veröffentlicht wurden. 75 Mrd. Interaktionen generierte dieser Content.

Es zeigte sich, dass genau zu dem Zeitpunkt, als der Content-Output am größten war, die Interaktionsrate ihren tiefsten Punkt erreicht war. Der Grund: Die Menge an Content, die konsumiert, geliket oder geteilt werden kann, ist begrenzt. je mehr Content produziert wird, desto geringer also die Chance für den Einzelnen, gehört zu werden. Unser Appell an Sie lautet daher: Produzieren Sie lieber weniger Content, und zeigen Sie dafür mehr Interesse an Ihrem Gegenüber.

Content als Plattform für den Dialog

Schließlich ist es das, was Content Marketing ausmacht: Es geht nicht darum, die Zielpersonen mit Content zu bombardieren, sondern über den Content mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Quelle: Präsentation Newscred, Slideshare.net

Nutzen Sie daher jeden Kundenkontakt – egal ob auf der Website, im Blog, in sozialen Medien, in Webinaren oder Vertriebsgesprächen – dazu, den Dialog anzuregen. Hier ein paar Anregungen für Ihren Alltag:

1. Fragen Sie konkret nach Feedback

Sie könnten beispielsweise in Ihren Blogartikeln Ihr Publikum direkt fragen, welche Erfahrungen sie mit dem Thema gemacht haben und so zum Kommentieren auffordern. Oder Sie nutzen die sozialen Netzwerke und fragen hier konkret nach Feedback, wie in dem folgenden Beispiel von Kapost: Der Software-Anbieter hat über Twitter ein neues E-Book angeteasert und dann einen Follower, der den Beitrag geliket hat, konkret gefragt, was genau für ihn an dem E-Book hilfreich war.

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Ähnlich könnten Sie beispielsweise auch nach einem Whitepaper-Download Ihren Interessenten fragen – per Mail oder Telefon – und ihm weitere Unterstützung anbieten.

Die Antworten, die Sie bekommen, werden Ihnen helfen, Ihre Kunden besser zu verstehen und ihre Inhalte weiterzuentwickeln.

2. Kommunizieren Sie von Mensch zu Mensch

Versuchen Sie, in den sozialen Netzwerken auf einer menschlichen, authentischen Ebene zu kommunizieren. Verzichten Sie beispielsweise auf Twitter darauf, neue Follower mit einer automatisierten „Thanks for following“ Nachricht zu belästigen. Begrüßen Sie sie stattdessen persönlich, wie die Agentur Splash Media das nach einer Firmenveranstaltung getan hat:

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So zu interagieren ist natürlich zeitaufwändig. Daher ist es ratsam, sich nach dem Lean-Prinzip zunächst auf ein oder zwei Plattformen zu konzentrieren. Dort, wo Sie aktiv sind, sollten Sie aber zeigen, dass Menschen und nicht Maschinen dahinterstehen.

3. Suchen Sie das persönliche Gespräch

Bei einem Gespräch von Angesicht zu Angesicht bekommen Sie oft ein viel besseres Gefühl dafür, wie Ihr Gegenüber tickt als bei der Kommunikation über soziale Medien.

Relativ einfach ist es im B2B-Bereich mit Kunden ins Gespräch zu kommen, da hier meist langfristige, persönliche Kundenbeziehungen bestehen. Hier können Sie einen guten Kunden einfach anrufen und fragen, wo ihm im Alltag gerade der Schuh drückt. Oder Sie laden ihn zum Mittagessen ein und zeigen so nebenbei, dass Ihnen seine Meinung wichtig ist – ein Zeichen der Wertschätzung, das ganz sicher zur Kundenbindung beiträgt.

Aber auch im B2C gibt es Möglichkeiten für persönliche Gespräche, beispielsweise auf Messen, Konferenzen, Firmenevents. Oder Sie führen eine kleine Telefonumfrage durch. Ganz unkompliziert und ohne den Anspruch, repräsentative Ergebnisse zu bekommen. Denn darum geht es nicht. Vielmehr soll mit möglichst wenig Aufwand möglichst schnell Feedback von der Zielgruppe gesammelt werden.

Marketing = Dialog

Denken Sie bei allem, was sie tun, daran: Marketing ist wie ein Gespräch zwischen Menschen, die sich noch nicht gut kennen. Wenn wir jemandem zum ersten Mal begegnen, stellen wir Fragen: wie lebt er, was sind seine Interessen, seine Ansichten. Wir erzählen erst dann von uns, wenn unser Gegenüber echtes Interesse an uns zeigt und Fragen stellt. Natürlich gibt es auch diejenigen, die pausenlos nur von sich erzählen. Doch diese Menschen sind es meist nicht, die unser Vertrauen wecken. Und von Ihrem Gegenüber erfahren sie auch nicht viel.

Aus dem Feedback der Zielgruppe lernen

Das Feedback, das wir von unseren der Kunden bekommen haben, nutzen wir schließlich dazu, unsere Content-Strategie schrittweise zu verfeinern: die Themen, die Formate, die Distributionskanäle. Nun können wir auch aufwändigere Content-Formate wie Whitepaper oder Infografiken erstellen. Das Risiko, mit dem Inhalt daneben zu liegen, ist gering. Denn unsere Themen basieren nun nicht mehr bloß auf Annahmen, was unser Publikum interessieren KÖNNTE, sondern auf Erfahrungen. „Validated learning“ nennt das Eric Ries. Entscheidend ist, dass dieser Lernprozess möglichst schnell startet.

Lean Content Marketing ist ein laufender Prozess

Schlank starten, Zuhören und Lernen sind nicht als linearer Prozess zu verstehen. Das „Learning“ fließt wieder in die Weiterentwicklung des Content ein, so dass sich ein Kreislauf ergibt. Damit unterscheidet sich Lean Content Marketing grundlegend von einer linearen Strategie-Entwicklung, die erst plant, dann handelt und dann vielleicht lernt.

Lean-Content-Marketing-Inhalte-mit-Kunden-entwickeln-Cycle-Zyklus

Fazit

  1. Nutzen Sie Content als Plattform für Dialog und laden Sie damit zum Dialog ein.
  2. Starten Sie mit Inhalten, die für diesen genug sind, und perfektionieren Sie diese schrittweise.
  3. Seien Sie bereit, aus Feedback zu lernen, auch wenn Ihre Kunden etwas anderes wollen, als Sie erhofft hatten.

Weiterführende Links

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Content Marketing mit kleinem Budget: Eine FAQ-Liste für Einsteiger

Wer ins Content Marketing einsteigen will, hat meist mehr Fragen als Antworten. Wie finde ich geeignete Themen? Kann ich auch mit geringem Budget erfolgreich sein? Und so weiter. Wir haben daher hier für Sie einige der am häufigsten gestellten Fragen zusammengetragen und hoffen, mit diesen Content Marketing FAQs auch Ihre Fragen – oder die Ihres Chefs – zu beantworten.

Was ist Content Marketing?

Content Marketing zielt darauf ab, potenzielle Kunden nicht mit Werbesprüchen, sondern mit nützlichen Inhalten zu überzeugen. Indem Sie Antworten auf die Fragen Ihrer Zielgruppe liefern und Sie dabei unterstützen, die richtige Kaufentscheidung zu treffen, gewinnen sie deren Aufmerksamkeit und Vertrauen.

Wie finde ich geeignete Themen?

Wenn Sie kein Geld für teure Marktanalysen haben: Fragen Sie Ihre Kunden einfach! Greifen Sie zum Hörer und rufen Sie einen Kunden Ihres Vertrauens an. Für B2B-Unternehmen, die oft sehr persönliche und langfristige Beziehungen mit ihren Kunden pflegen, ist das eine zuverlässige Möglichkeit, um herauszufinden, welche Themen die Zielgruppe interessieren. Nebenbei zeigen Sie dem Kunden so auch, dass Ihnen seine Meinung wichtig ist.

Sie können auch Ihre Mitarbeiter aus Vertrieb oder Customer Service fragen. Oder Sie nutzen die sozialen Netzwerke und starten hier einen Dialog mit Ihrer Zielgruppe. Wichtig in jedem Fall: Hören Sie zu, ohne beeinflussen oder verkaufen zu wollen! Wenn Sie mehr über die Rolle von Empathie im B2B Marketing und Vertrieb wissen möchten, empfehlen wir Ihnen den Artikel „The Power of Empathy in B2B Sales and Marketing“ von Matt Heinz.

Ist Content Marketing auch etwas für den kleinen Geldbeutel?

Absolut. Auch Unternehmen, die nicht über riesige Budgets oder mehrköpfige Marketingteams verfügen, können erfolgreich Content Marketing betreiben. Der Trick ist, dass man „schlank“ startet – das heißt mit möglichst geringem Ressourceneinsatz und auch mit geringem Risiko. Auf der Grundlage der Erfahrungen, die man sammelt, kann man seine Aktivitäten dann schrittweise und sehr gezielt ausbauen. Das ist die Idee hinter unserem Ansatz des „Lean Content Marketing“.

Was genau versteht man unter „Lean Content Marketing“?

Lean Content Marketing ist eine Form des Content Marketing, die besonders in der Startphase mit geringen Ressourcen agiert. Es geht darum, mit „schlanken“ Inhalten (Minimum Viable Content) möglichst schnell im Markt zu starten, die Reaktionen der Kunden zu messen und diese Erkenntnisse zu nutzen, um die Wahl der Themen, Formate und Distributionskanäle weiter zu optimieren. So kann man seine Strategie Schritt für Schritt verfeinern. Um Missverständnissen vorzubeugen: Es geht nicht darum, Content möglichst „billig“ zu produzieren. Vielmehr sollen Geld, Zeit und Personal intelligent eingesetzt werden, um Content zu schaffen, der ins Schwarze trifft.

Die Idee basiert übrigens auf dem „Lean Startup“ Prinzip von Eric Ries, der es für den Markteintritt von Unternehmen und Produkten entwickelt hat.

Mehr über das Konzept finden Sie in unserem Artikel auf sem-deutschland.de.

Wie kann man sich den Lean-Ansatz in der Praxis vorstellen?

Bei der Themenfindung könnte ein „schlanker“ Ansatz zum Beispiel so aussehen, dass Sie zunächst fremde Inhalte für Ihr Marketing nutzen (worauf dabei zu achten ist, erklären wir in unserem Beitrag zum Thema „Content Curation“ auf onlinemarketing.de). Dadurch finden Sie mit wenig redaktionellem Aufwand heraus, welche Themen bei Ihren Zielgruppen besonders gut ankommen. Diese Erkenntnisse können dann in die Planung und Produktion eigener Inhalte einfließen. Wobei Sie auch hier zunächst auf kleine Einheiten setzen sollten. Das Risiko ist so äußerst gering, dass Sie an den Bedürfnissen der Zielgruppen vorbei produzieren.

Ein weiteres Beispiel: Ihr Chef meint, sie sollten als B2B-Unternehmen auch Facebook zur Content-Vermarktung nutzen. Statt nun gleich eine umfassende Social-Media-Strategie zu entwickeln, können Sie mit kleinen, gezielten Aktionen starten (z.B. einem Unternehmensprofil, ein paar Posts, etwas Facebook-Werbung). Schon nach kurzer Zeit werden Sie abschätzen können, ob es sich lohnt, diesen Kanal weiter zu bespielen.

Gibt es einen Unterschied zwischen B2B und B2C Content Marketing?

Grundsätzlich nicht. Denn in beiden Fällen sind es Menschen, die eine Kaufentscheidung treffen. Diese gilt es, mit nützlichen Inhalten dabei zu unterstützen. Der Prozess der Themenfindung, Content-Produktion und Vermarktung ist daher in B2C und B2B ähnlich. Allerdings ist im B2B-Bereich besonders bei erklärungsbedürftigen Produkten die Komplexität der Kaufentscheidung höher: hier sind meist mehrere Personen und Abteilungen beteiligt, deren Informationsbedarf sich unterscheidet. Außerdem kann vom ersten Kontakt mit dem Unternehmen bis zum Kauf viel Zeit vergehen. Hier gilt es den Entscheidungsprozess beim Kunden systematisch zu unterstützen (Lead Nurturing) und für jede Phase des Kaufprozesses passende Inhalte zu bieten.

Was ist der erste Schritt, wenn ich ins Content Marketing einsteigen will?

Fragen Sie sich zunächst, warum es Ihr Business gibt bzw. was genau Sie machen. Nicht im Sinne von Produkten, sondern im Sinne von Kundennutzen: Wie machen Sie das Leben ihrer Kunden einfacher bzw. besser? Wenn Sie darauf eine klare Antwort geben können, ist das ein guter Startpunkt. Am Anfang steht also Ihre Business-Story, aus der Sie Ihre Content-Strategie sowie Maßnahmen und Inhalte ableiten.

Was sollte eine Content Marketing Strategie beinhalten?

Eine Content Marketing Strategie beinhaltet immer eine Gap-Analyse (wo stehen Sie und wo wollen Sie hin?), ein Mission Statement und die grundlegende Stoßrichtung, wie Sie Ihre Ziele erreichen wollen, das heißt mit welchen Themen und Formaten, über welche Kanäle und mit welchen internen oder externen Ressourcen. Auch wie Sie die Ergebnisse Ihrer Aktivitäten messen wollen, wird in der Strategie festgelegt.

Im Lean Content Marketing entwickeln Sie Ihre Strategie anhand der Erfahrungen, die Sie im Markt sammeln, kontinuierlich weiter. Das steht durchaus im Gegensatz zur Ingenieursmentalität vieler Marketers, die lieber mit einer fertigen Strategie starten, aber dann vielleicht feststellen, dass diese nicht zum Markt passt.

Lässt sich der Erfolg von Content Marketing Aktivitäten messen?

Ja, sogar sehr gut. Denn Content Marketing findet überwiegend im Netz statt und dort lässt sich das Verhalten der Nutzer sehr gut erfassen. Daher sollte kein Unternehmen, egal wie klein Team und Budget auch sein mögen, auf die Erfolgsmessung verzichten. Denn erst hier zeigt sich, ob die gesetzten Ziele erreicht wurden und wo Sie ansetzen können, um Ihre Aktivitäten weiter zu optimieren.

Welche Kennzahlen sind im B2B geeignet?

Sie produzieren Content, damit er von Ihrer Zielgruppe konsumiert wird. Daher sollten Sie mit einfachen Kennzahlen wie Anzahl der Downloads, Klicks, Likes oder Verweildauer auf der Website starten. Sie ermöglichen Aussagen über die Nutzung und die Reichweite Ihrer Inhalte im Netz. Allerdings sagen diese Kennzahlen noch nichts darüber aus, wie erfolgreich die Inhalte aus Business-Sicht sind: Tragen sie auch dazu bei, Leads zu generieren und Ihre Produkte zu verkaufen? Messen Sie die Nutzung daher immer im Kontext mit „harten“ Verkaufszielen.

Die wichtigsten Kennzahlen für den Start in die Erfolgsmessung haben wir in unserem Artikel auf marketing-mit-content.de zusammengestellt.

Ist Content Marketing effektiver als klassisches Marketing?

Ja, das ist es. Verschiedene Studien belegen die Wirksamkeit von Content Marketing, zuletzt die von Yahoo durchgeführte Studie „Return On Inspiration. New World Content Marketing“. Innovatives Content Marketing erhöht demnach die Kaufbereitschaft der Konsumenten um den Faktor 1,84. Und warum ist Content Marketing wirksamer? Weil Sie damit genau das liefern, was Ihre Kunden wollen. Nämlich Unterstützung statt Werbephrasen. Entscheidend ist, dass Sie dabei auf Qualität setzen, da der Content-Markt über kurz oder lang mit Inhalten überflutet sein wird (Stichwort „Content-Shock“).

Wie überzeuge ich meinen Chef von Content Marketing?

Das kommt ganz auf den Wissensstand Ihres Chefs an. Vielleicht beginnen Sie Ihre Argumentation mit den veränderten Anforderungen an das Marketing: Potenzielle Kunden erwarten heute hochwertige Inhalte und Problemlösungen. Für den Unternehmenserfolg reichen Produktqualität und Preis allein nicht mehr aus.

Zeigen Sie Ihrem Chef, dass Content Marketing kein Hype ist, sondern ein Ansatz, auf den immer mehr Unternehmen setzen. Indem Sie belegen, das Content Marketing zum Standard wird, motivieren Sie ihn zum Handeln – welcher Chef will schon, dass sein Unternehmen den Anschluss verpasst.

Kommunizieren Sie auch greifbare Vorteile, die sich mit Content Marketing erzielen lassen, zum Beispiel eine Steigerung der Leadqualität und damit eine Senkung der Vertriebskosten. Belegen Sie diese Vorteile mit Zahlen. Hier ein paar Content Marketing Statistiken , die dabei hilfreich sein könnten. Gegen mögliche Einwände hat sich die Idee, „schlank“ zu starten, bewährt. So machen Sie das Thema nicht zu „groß“ und vermeiden, dass Ihr Chef vor möglichem Aufwand und Kosten zurückschreckt.

 

Haben wir Ihre wichtigsten Fragen in unseren Content Marketing FAQ beantwortet? Sollte noch etwas offen geblieben sein, freuen wir uns über Ihren Kommentar!