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Keine Themen fürs B2B Content Marketing? Finden Sie Ihren „Sweet Spot“!

Content-Marketing lebt von guten Inhalten. In Zeiten des Content-Shocks gilt das mehr denn je. Um die Zielpersonen zu erreichen, müssen Inhalte nicht nur relevant, sondern im Wortsinn „herausragend“ sein. Doch wie schafft man das? Mit welchen Themen? Wir bringen es in diesem Beitrag auf eine einfache Formel: Ihr Erfolg beginnt dort, wo sich Ihre fachliche Expertise mit dem Informationsbedürfnis Ihres Publikums überschneidet – bei Ihrem „Sweet Spot“.

Ein großer Teil des Content, den man heute im Netz findet, ist austauschbar. Dieselben Themen, dieselben Ansätze, kaum neue Ideen. Häufig sind die Artikel sogar noch mit Produktfeatures und werblichen Botschaften gespickt. Beides hat mit echtem Mehrwert für den Kunden, um den es im Content-Marketing ja eigentlich geht, nur wenig zu tun.

“Most of the content marketing examples we see are general and not helpful. In that case, it would be better not to create any content at all.” (Joe Pulizzi)

Offenbar tun sich die Unternehmen schwer damit, die richtigen Themen für ihr Content-Marketing zu finden. Sie hangeln sich von einem Blogbeitrag zum nächsten und greifen wahllos jedes Thema auf, das der Markt hervorbringt. Das ist nicht nur mühsam für die Redakteure, sondern auch riskant. Denn wer keine klare Vorstellung hat, was er eigentlich sagen will und wofür er steht, kann auch keinen wirklich guten Content produzieren: Content, der das Zielpublikum überzeugt und Vertrauen schafft.

Daher ist es wichtig, sich im Vorfeld ein paar Gedanken zu machen über die Aspekte, die für die Themenfindung entscheidend sind: den Informationsbedarf der Zielpersonen und die eigene Expertise.

Marktforschung pragmatisch: Was braucht der Kunde?

Als Unternehmen sollten Sie sich zunächst klar machen, dass Ihre Zielpersonen nicht in erster Linie nach Produkten suchen, sondern nach Lösungen zu einem Problem. Versuchen Sie zu verstehen, was die Herausforderungen im Alltag sind, was sie antreibt, und welche Informationen ihnen helfen könnten, ihre Arbeit besser zu erledigen.

Das Wissen um den Informationsbedarf potenzieller Kunden ist die wichtigste Voraussetzung für erfolgreichen Content. Wenn wir hier daneben liegen, haben wir keine Chance, als kompetenter Anbieter wahrgenommen zu werden. Dann landet unser Content gleich im „mentalen Mülleimer“.

Um herauszufinden, welche Themen Ihre Zielpersonen interessieren, gibt es verschiedene Möglichkeiten. B2B-Unternehmen mit geringen Ressourcen empfehlen wir, möglichst pragmatisch und ressourcenschonend an die Sache heranzugehen. Hier ein paar Anregungen:

  • Fragen Sie Ihre Kunden direkt. Gerade B2B-Unternehmen pflegen oft lange, persönliche Beziehungen zu ihren Kunden. Nutzen Sie diese und rufen Sie einen von ihnen an. Oder fragen Sie ihn am Rande einer Messe nach seinen „Pain Points“.
  • Holen Sie Ihre Kollegen aus dem Vertrieb und dem Customer Service ins Boot. Sie haben täglich Kontakt mit Kunden und Interessenten und kennen daher deren Probleme und Bedürfnisse besonders gut.
  • Beobachten Sie die Diskussionen in sozialen Netzwerken oder Expertenblogs. Welche Themen werden kommentiert, welche Fragen gestellt? Was wird geliket und geteilt?
  • Auch eine Keyword-Analyse kann Hinweise darauf liefern, welche Art von Informationen Ihre Zielgruppe sucht.

Bedenken Sie, dass diese Methoden jeweils nur einen Teil des Gesamtbildes wiedergeben. Nutzen Sie daher verschiedene Quellen, um ein möglichst genaues Bild von den Themen zu bekommen, die Ihr Zielpublikum interessiert.

Und berücksichtigen Sie auch die Tatsache, dass im B2B-Bereich mehrere Personen an einer Kaufentscheidung beteiligt sind. Diese benötigen – je nach Phase im Kaufprozess – unterschiedliche Informationen, wie dieses einfache Beispiel zum Einkauf von Agenturleistungen durch eine Marketingabteilung zeigt:

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Bei welchen Themen können wir punkten?

Nachdem Sie relevante Themen gefunden haben, gilt es, Schwerpunkte zu setzen. Gibt es Themenfelder, über die bereits häufig geschrieben wurde? Diese sollten Sie nicht unbedingt in den Mittelpunkt Ihrer Kommunikation stellen. Denn hier ist es nur schwer möglich, noch aus der Masse der Inhalte herauszustechen.

Bewerten Sie daher die obigen Themenbereiche nach Ihrem Potenzial. Gerade bei begrenzten Ressourcen ist es wichtig, sich zu fokussieren. Folgende Fragen können bei der Bewertung hilfreich sein:

  • Welche Themen lassen sich mit geringem Aufwand umsetzen?
  • Wo herrscht hoher Wettbewerbsdruck d.h. welche Themen sind bereits ausgereizt?
  • Welche Nischenthemen sind noch „frei“?
  • Bei welchen Trendthemen können wir vom öffentlichem Interesse profitieren?
  • Bei welchen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Content geteilt wird?
  • Zu welchen Themen besitzt unser Unternehmen besondere Expertise?

Vor allem die letzte Frage ist für den Erfolg Ihres Contents entscheidend. Denn das ist der Punkt, mit dem Sie sich von Ihrem Wettbewerb abheben können. Mit dem Sie einen eigenen Ansatz für Ihr Content-Marketing entwickeln können.

Werden Sie sich daher Ihrer Stärken bewusst: Hat Ihr Unternehmen besonderes Expertenwissen? Einen besonderen Ansatz? Gibt es etwas, das sie besser können als andere Unternehmen? Etwas, dass Ihre Wettbewerber nicht ohne weiteres kopieren können?

Tragen Sie möglichst viele Aspekte zusammen, die als „Unique Selling Proposition“ für Ihr Content-Marketing taugen. Beziehen Sie dabei Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen ein und entscheiden sie gemeinsam, welche dieser Stärken Sie besonders gut von anderen Unternehmen unterscheiden.

Fokussieren Sie sich auf den Sweet Spot

Nun können Sie beides zusammenbringen: Ihre Stärken auf der einen und den Informationsbedarf Ihrer Zielpersonen auf der anderen Seite. Dort, wo sich beide decken, befindet sich der so genannte „Sweet Spot“: jenes Themenfeld, zu dem Ihr Unternehmen Content hervorbringen kann, der im Markt als einzigartig und wertvoll wahrgenommen wird.

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Der Sweet Spot ist somit die inhaltliche Leitidee für Ihre Kommunikation. Hier finden sich die Themen, für die Sie Ihre Ressourcen einsetzen sollten.

Unternehmen, die ihren Sweet Spot kennen, tun sich anschließend bei der Planung und Erstellung ihrer Inhalte wesentlich leichter. Sie wissen genau, worin sie gut sind, und worin nicht. So sind sie besser in der Lage, zu entscheiden, wofür sie ihre Ressourcen einsetzen und produzieren nur solchen Content, der eine maximale Wirkung verspricht.

Erst wenn die Themen stehen, geht es um Formate

Bis zu diesem Punkt sollten Sie mögliche Content-Formate komplett außer Acht lassen. Es geht hier einzig und allein um die Inhalte für Ihre Kommunikation. In welcher Form Sie diese umsetzen – ob als Whitepaper, Blogposts, Videos etc. – entscheiden Sie erst im Rahmen der nun anschließenden Content-Planung, und zwar in Abhängigkeit von Ihren Zielen (bei Lead-Generierung als primäres Ziel werden Sie Whitepaper und Webinare bevorzugen) und den Informationsgewohnheiten Ihres Publikums (nutzen diese ein bestimmtes Fachportal, sollten Sie dort mit Gastbeiträgen präsent sein). Hier haben wir einige Tipps für die Content-Planung für Sie zusammengefasst.

Fazit

Erfolgreiche Unternehmen orientieren sich konsequent an Ihrem Kerngeschäft. Und das sollte auch für das Content-Marketing gelten. Konzentrieren Sie sich deshalb auf Themen, in denen Sie stark sind und die Ihren Zielpersonen einen echten Mehrwert bieten. Folgen Sie Ihrem Sweet Spot. Dann können Sie sicher sein, dass Sie Ihre Ressourcen sinnvoll einzusetzen – für einzigartige Geschichten, die für Ihr Publikum wertvoll sind.

Quellen und weitere Informationen:

 

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Haben Sie Fragen zum B2B Content Marketing? Dann nehmen Sie Kontakt auf: Wir helfen wir gerne weiter!

Hinweis: „Sweet Spot“ ist eine eingetragenes Markenzeichen von Jochen Peter Elsesser, www.sweet-spot.de.